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An Gewicht zulegen

Konsumierende Erkrankungen

Was kann man tun?

Die wichtigsten Ansatzpunkte, um einen krankheitsbedingten Gewichtverlust zu stoppen, bestehen in einer adäquaten Behandlung der Grunderkrankung, einer Umstellung des Speiseplans und einer Anpassung der Lebensgewohnheiten, außerdem darin, eine Zusatzkost zu etablieren und in der Überprüfung  der einzunehmenden Medikamente.

Denn Gewichtsverlust kann ein Zeichen dafür sein, dass die medikamentöse Behandlung einer Erkrankung möglicherweise nicht ausreicht. Dies zu kontrollieren, ist die erste Stellschraube, um den Gewichtsabbau zu bremsen. Der behandelnde Arzt sollte prüfen, ob die Therapie gegen die Grunderkrankung wirksam genug ist. Wichtig ist auch die Kontrolle der Analgetika. Ist der Patient weitgehend schmerzfrei? Ansonsten wird er keine Lust auf Essen haben. Sind mögliche Begleiterkrankungen wie eine Entzündung der Mundschleimhaut ausreichend behandelt? Können Arzneimittelnebenwirkungen, die das Essen beeinträchtigen, durch eine Umstellung der Medikation oder Dosisreduktion behoben oder gemildert werden? Schlägt die Therapie optimal an, kann der Patient möglicherweise sogar wieder zunehmen. Zumindest ist dann der weitere Gewichtsverlust gestoppt. 

Viele der genannten Erkrankungen sind nicht heilbar, sondern verlaufen chronisch. Hier gilt es ganz besonders, das Gewicht über die Jahre im Blick zu behalten und dafür zu sorgen, dass der Patient sich möglichst so ernährt, dass er ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt ist und nicht abnimmt. Das wirkt sich direkt positiv auf sein Wohlbefinden und seine Lebensqualität aus. Umgekehrt haben geschwächte Patienten immer weniger Lust, sich um alltägliche Aufgaben zu kümmern oder einmal etwas Schönes zu unternehmen. All das drückt die Stimmung und kann Betroffene in eine negative Spirale depressiver Gefühle bringen. Dies wiederum lässt die Krankheit voranschreiten.

Bei der Zusammenstellung der täglichen Ernährung sollten vermehrt kalorien- und nährstoffreiche Lebensmittel auf den Tisch kommen. Mit Sahne, Creme fraîche, Butter und pflanzlichen Ölen sollte nicht gespart werden. Da Fette die Geschmacksstoffe und Aromen der Speisen transportieren, wird das Essen damit nicht nur kalorienreicher, sondern schmeckt auch besser. Einige praktische Tipps können helfen, dem erhöhten Energiebedarf bei gleichzeitig geringem Appetit gerecht zu werden (siehe Kasten). Um zuzunehmen, benötigt der Körper täglich mindestens 500 Kilokalorien zusätzlich.

Manchmal führt alles Bemühen nicht zum Erfolg. So sehr es der Betroffene auch möchte, er bekommt kaum etwas herunter. Schon nach einer kleinen Menge fühlt er sich satt – mehr zu essen, schafft er nicht. Das ist auch für die Angehörigen oft eine schwierige Situation. Sie fühlen sich hilflos und fragen sich, was sie vielleicht noch kochen oder anbieten könnten. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, sich durch eine erfahrene Ernährungsfachkraft beraten zu lassen, wie man die Ernährung eventuell anpassen kann, um den krankheitsbedingten Gewichts- und Muskelverlust zu stoppen.

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