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Lupus erythematodes

Krankheit mit vielen Gesichtern

Wer sich mit Lupus erythematodes beschäftigt, wird eines schnell feststellen: Ein typisches Krankheitsbild gibt es nicht. Während bei einigen Betroffenen die Haut im Fokus steht, entwickeln andere eine komplexe Symptomatik mit unterschiedlicher Organbeteiligung. Die Behandlung fällt dennoch ähnlich aus und orientiert sich vor allem am Schweregrad der Erkrankung.
Carina Steyer
07.04.2022  08:30 Uhr

Lupus erythematodes ist eine seltene Erkrankung, die zur Gruppe der entzündlich rheumatischen Erkrankungen gehört. In der Praxis treten Gelenkschmerzen oder -schwellungen ausschließlich bei der am weitest verbreiteten, systemischen Variante des Lupus, dem systemischen Lupus erythematodes (kurz: SLE) auf. Etwa 90 Prozent der Patienten nehmen sie zum Anlass, um erstmals einen Arzt aufzusuchen. Betroffen sind meist die Finger-, Hand- und Kniegelenke.

Typisch für den SLE ist auch das sogenannte Schmetterlingserythem, eine fleckige Rötung, die sich symmetrisch über den Nasenrücken und die Wangen erstreckt. Zwischen 60 und 70 Prozent der SLE-Betroffenen entwickeln das Schmetterlingserythem im Krankheitsverlauf, oft tritt es in aktiven Phasen der Erkrankung auf. Bei 30 bis 50 Prozent ist es sogar das erste Symptom der Erkrankung. Da es jedoch häufig in Kombination mit Sonneneinstrahlung entsteht, wird es oft als Sonnenbrand fehlgedeutet.

Darüber hinaus gibt es eine Vielfalt an weiteren Symptomen, doch nicht jeder SLE-Betroffene zeigt alle Symptome. In der Regel ergibt sich ein ganz individuelles Bild, das die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen und die Diagnose erschwert. Um diese zu vereinfachen, hat das American College of Rheumatology (ACR) Klassifikationskriterien entwickelt (siehe Kasten). Sind mindestens vier Symptome vorhanden, besteht der dringende Verdacht auf einen SLE .

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