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Arzneipflanzenporträt

Kümmel

Echter Kümmel (Carum carvi) aus der Familie der Doldengewächse (Apiaceae) wird nicht nur als Gewürz, sondern auch  wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung geschätzt. Doch die auch als Wiesenkümmel bekannte Gewürzpflanze sollte behutsam dosiert werden.
Annette Immel-Sehr
14.02.2019
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Merkmale

  • zweijährige Pflanze
  • im ersten Jahr nur Blattrosette
  • im zweiten Jahr bis zu 1 m hoher, verzweigter Spross
  • 2- bis 3-fach gefiederte Blätter mit schmalen Fiedern
  • zahlreiche kleine weiße bis rosa gefärbte Blüten, angeordnet in 8- bis 16-strahligen Dolden
  • 3 bis 6 mm lange braune Spaltfrüchte mit 5 hellen, kantig hervortretenden Rippen, sichelförmig gekrümmt

Heimat

  • Europa und Asien
  • Droge stammt aus Kulturen in Deutschland, den Niederlanden, Polen und Ägypten

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • reife Früchte (Carvi fructus)
  • Kümmelöl (Carvi aetheroleum)

Inhaltsstoffe

  • ätherisches Öl (unter anderem D-Carvon, Limonen und weitere Monoterpene)
  • fettes Öl
  • Proteine
  • Kohlenhydrate

Anerkannte medizinische Anwendung

  • innerlich bei dyspeptischen Beschwerden wie leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen (ESCOP, Kommission E)
  • blähende Koliken bei Kindern und Roemheld-Syndrom (ESCOP)

Empfohlene Dosierung

  • Teeaufguss: mehrmals täglich eine Tasse Kümmeltee warm ­trinken
  • Kümmelöl: mehrmals täglich 3 bis 5 Tropfen auf einem Stück ­Zucker oder in Wasser einnehmen

Nebenwirkungen

  • selten allergische Reaktion

Wechselwirkungen

  • keine bekannt

Kontraindikationen

  • Allergie gegen Doldenblütler (Apiaceae)
  • Leberschäden, Gallenbeschwerden

Abgabehinweis

  • Langdauernde Aufnahme hoher Dosen von Kümmelöl kann zu Leber- und Nierenschäden führen.
  • Allergien sind besonders bei den Patienten zu erwarten, die auf andere Apiaceen wie Sellerie oder auf Asteraceen wie Beifuß allergisch reagieren – sogenanntes Sellerie-Beifuß-Gewürz-Syndrom.

Zubereitung

  • Kümmel vor der Teezubereitung zerstoßen. Für Erwachsene 1 bis 5 g frisch zerkleinerten Kümmel mit 150 ml heißem Wasser übergießen (nicht kochen!), 10 bis 15 Minuten ziehen lassen und abseihen, für Kinder (4 bis 10 Jahre) 1 bis 4 g Droge, für Kleinkinder (1 bis 4 Jahre) 1 bis 2 g ­verwenden.

Verwendung in der Küche

  • Kümmel wird als Gewürz wegen seines Aromas und wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung in vielen Ländern geschätzt. Doch es muss behutsam dosiert werden, denn frisch gestoßener Kümmel ist so intensiv, dass er viele andere Gewürze überdeckt.
  • Im Gewürzregal eines gut sortierten Supermarkts finden sich neben dem klassischen Kümmel noch andere Gewürze mit ähnlichem Namen: Kreuzkümmel und Schwarzkümmel. Der Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) – auch als Cumin bezeichnet – zählt zwar ebenso zur Familie der Doldenblütler, ist mit dem Kümmel jedoch nicht näher verwandt. Auch sein Geschmack ist ganz anders. Aus deutscher Sicht lässt er sich vielleicht am ­besten mit »orientalisch aromatisch« beschreiben. Allerdings wird Kreuzkümmel nicht nur im Orient, sondern auch in der südamerikanischen, indischen und afrikanischen Küche häufig eingesetzt.
  • Schwarzkümmel (Nigella sativa), der zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) gehört, ist unter anderem ein beliebtes Brotgewürz und wird gerne für Fladenbrot verwendet. Das Aroma lässt sich schwer beschreiben – leicht scharf, würzig, ätherisch und nussig.

Beispiele für Monopräparate

  • Windsalbe Herbaria Kräuterparadies GmbH (enthält Kümmelöl)

Beispiele für Kombipräparate

  • Carmethin (enthält Kümmelöl)
  • H&S Magen- und Darmtee mild
  • Iberogast
  • Midro Tee
  • Ramend Abführtee (enthält Kümmelöl)
  • Sidroga Fenchel Anis Kümmel Tee

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