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Sommer-Teint

Länger braun bleiben

Das schönste Urlaubssouvenir ist oft eine gebräunte Haut. Doch zurück in den heimischen Gefilden, verblasst der Frische-Teint schnell wieder. Wer schonend sonnt und die Haut mit den richtigen Kosmetika pflegt, kann sich länger über sein gebräuntes Aussehen freuen.
Elke Wolf
10.09.2019
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Urlaubsbräune ist meist schnell verblasst, und Hautschüppchen stoßen sich schneller ab, als einem lieb ist. Warum? Nach dem Urlaub in einem sonnenintensiven Land muss sich auch die Haut erst wieder an Alltagsbedingungen gewöhnen, indem sich Melanozyten auf die geringere UV-Intensität hierzulande einstellen und weniger Melanin produzieren. Die bereits pigmentierten Hautzellen werden mit der Abschuppung der Hornschicht abgestoßen, und die Haut hat dann ihren vorherigen Grundton.

Damit die gesunde Hautfarbe möglichst lange hält und sich nicht vorzeitig abschilfert, gilt es, bereits den Aufenthalt in der Sonne verantwortungsbewusst zu gestalten und behutsam zu sonnen. Denn nur eine langsam und ohne Entzündung erlangte Bräune bleibt lange erhalten. Ein Blick ins Dermatologiebuch lehrt, dass die Haut bräunt, um sich gegen die aggressiven UV-Strahlen zu schützen. Gebildete Melanozyten legen sich wie ein Schirm um die Zelle. Dabei gilt es aber zu vermeiden, dass Hautentzündungen, im Extremfall also ein Sonnenbrand, entstehen. Entzündungen, auch wenn sie noch knapp unter der spürbaren Erythemschwelle liegen, lassen Epidermiszellen verstärkt zur Hautoberfläche wandern, die Abstoßung pigmenthaltiger Zellen wird beschleunigt.

Viel besser wäre es jedoch, die Schutzreaktion »Bräunung« in der Haut langsam anzukurbeln, damit sie auch anfallende Zellschäden reparieren kann. Mit Hilfe von Sonnenschutzmitteln und dem vorrangigen Verbleib im Schatten reduziert man die UV-Einstrahlung so, dass zwar die Melaninproduktion angeregt, aber Entzündungen in der Haut weitgehend vermieden werden. Längst ist bewiesen: Im Schatten wird man tatsächlich genauso braun. Zwar etwas langsamer, dafür aber nachhaltiger und besonders gleichmäßig. Weil die Haut weniger Stress hat, werden die Melanozyten nicht so schnell abgestoßen. Ähnlich dem Sonnenbad im Schatten garantieren auch Sonnenschutzprodukte mit hohem Lichtschutzfaktor eine sanftere Bräune, die länger hält, weil die Haut dabei weniger austrocknet und weniger Entzündungen entstehen.

Manche Sonnenschutzmittel haben einen eingebauten Bräunungsverstärker (»Tan-Booster«), meist Dihydroxyaceton und Juglon aus der grünen Schale von Walnüssen. Sie reagieren mit Aminosäuren des Keratins der Hornschicht. Durch die ablaufende Maillard-Reaktion entstehen sogenannte Melanoide, die weder toxisch sind noch hautirritierend wirken. Da es sich bei der Maillard-Reaktion um eine chemische Reaktion handelt, lässt sich die entstandene Bräune nicht abwaschen, sondern verschwindet erst mit der natürlichen Abschilferung der Haut. Wichtig: Die entstehenden Farbstoffe bieten keinen zusätzlichen Schutz vor UV-Strahlung!

After-Sun-Dusche

Die Durchwärmung der Haut durch die Sonnenstrahlen lässt die Haut schwitzen. Der transepidermale Wasserverlust nimmt zu. Schwimmen in chlorhaltigen Pools oder im Meer verändert den schützenden Hydrolipidmantel der Hautoberfläche. Die Haut verliert wichtige Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff, Lactate, freie Carbonsäuren und Aminosäuren sowie Pyrrolidoncarbonsäuren, die den Wassergehalt der oberen Hautschichten regeln und die Haut eigentlich geschmeidig halten. Die Haut trocknet aus und schuppt leichter ab, und damit auch die braunen Pigmentzellen. Um dies zu verhindern, ist nach jedem Sonnenbad eine konsequente Hautpflege, eine richtige Reinigung eingeschlossen, unabdingbar.

Die After-Sun-Pflege beginnt mit der Dusche. Sie holt Reste von Sonnenschutzmitteln, allen voran Mikropigmente, sowie Schweiß, Chlor und Sand von Körper und Gesicht. Spezielle After-Sun-Duschgele/Syndets (wie Sunsation After Sun Shower Gel von Juvena) emulgieren mit ihren lipidlöslichen Bestandteilen Fette, Öle oder Talg. Wirkstoffe wie Aloe vera oder Panthenol spenden bereits Feuchtigkeit beim Duschen.

Da die Haut von der Sonne bereits gereizt ist, ist auf zu häufiges, zu langes oder zu heißes Duschen, genauso wie auf Schaumbäder, Peelings oder Bürstenmassagen zu verzichten. Das kurbelt nur die Abschuppung an und lässt die Bräune schneller verblassen. Vielmehr sollte die Haut nach der Dusche nur trocken getupft werden. Après-Präparate trägt man dann am besten auf die noch leicht feuchte Haut auf.

Haut regenerieren

Die Grundlage von After-Sun-Zubereitungen sind daher stark wasserhaltige Öl-in-Wasser-Emulsionen (Lotionen), Liposomen-Zubereitungen oder Hydrodispersionsgele, die der Haut neben Fett und Feuchtigkeit auch Feuchthaltesubstanzen wie Harnstoff, Glycerin, Hyaluronsäure oder Natriumlactat zuführen. Der Lipidgehalt darf allerdings nicht zu gering sein, damit die zugeführte Feuchtigkeit nicht sofort wieder verdunstet. Die Grundlage zieht rasch ein und hinterlässt keine Fettschicht, unter der sich Wärme staut. Der oft hohe Wassergehalt der Grundlagen hat eine angenehme Kühlwirkung, die durch geringe Mengen an Alkohol oder Zusätze wie Menthol verstärkt wird.

Um eine leicht entzündete Haut zu beruhigen und Wundheilungsprozesse anzustoßen, enthalten Après-Zubereitungen entzündungshemmende Wirkstoffe, etwa Allantoin, Azulen, Bisabolol, Hamamelisextrakt, Ringelblumenextrakt, Glycyrrhyzin oder Gerbstoffe (zum Beispiel Eucerin® Sensitive Relief After Sun, Dr. Hauschka® After Sun Lotion, Roche Posay Posthelios® After Sun, Ultrasun After Sun Cooling & Hydrating). Auch Aloe-vera-Extrakt hat entzündungshemmende Eigenschaften. Es fördert nicht nur die Wundheilung, sondern spendet auch Feuchtigkeit und pflegt.

Neben den pflanzlichen Wirkstoffen finden sich Vitaminkombinationen und Enzyme in After-Sun-Präparaten. Am bekanntesten dürfte das Provitamin Panthenol, also Dexpanthenol, sein (wie in Daylong® after sun Gel, Bepanthol® Körperlotion, Ultrasun After Sun Cooling & Hydrating). Es besitzt ein gutes Feuchthaltevermögen und bewahrt die Haut vor dem Austrocknen. Allerdings treibt es auch die Zellteilungsrate in der Haut in die Höhe, die Regeneration und damit die Neigung zur Abschuppung wird angetrieben.

Wegen seiner Radikalfänger-Eigenschaften wird Vitamin E oder seine Derivate eingesetzt. Kaum ein Präparat kommt heute ohne dieses Vitamin aus. Doch zunehmend werden auch pflanzliche Antioxidanzien verarbeitet. Es sind überwiegend Polyphenole, zu denen die Flavonoide wie Alpha-Glucosyl-Rutin gehören. Es wird aus dem Pagodenbaum gewonnen und ist beispielsweise in Eucerin® Sonnen Allergie Schutz after Sun Creme-Gel enthalten. Neben einzelnen Polyphenolen werden zunehmend auch polyphenolische Pflanzenextrakte wie Traubenextrakte (wie Juka d’Or® Vital Tonic) oder Grüntee-Extrakte (wie AyDo® After Sun Gel) eingesetzt.

Aber Vorsicht: Der Einsatz von Pflanzenextrakten oder anderen Naturstoffen ist nicht ganz unproblematisch. Der Kunde sollte die Verträglichkeit vor der großflächigen Anwendung an einer kleinen Hautstelle testen. Einige Inhaltsstoffe, besonders die Furanocumarine, können zum Beispiel photosensibilisierend wirken. Deshalb sind aufgereinigte, eindeutige charakterisierte Wirkstoffe Gesamtextrakten vorzuziehen.

Radikalfänger-Eigenschaften zeigen aber auch manche Enzyme, zum Beispiel die Superoxiddismutase (SOD) oder die Endonuclease. Beide sind etwa in After-sun-Präparaten wie in Ultrasun® after sun beziehungsweise Cetaphil Sun Deylong® Ager Sun Repair Liposomale Lotion.

Es gibt auch Inhaltsstoffe, die eine Körper- und Gesichtspflege am besten nicht enthalten sollte, wenn der Sommer-Sonnen-Teint möglichst lange halten soll. So sollte man für diese Zeit auf reine Anti-Aging-Zubereitungen mit Fruchtsäuren oder Retinol verzichten. Deren Effekt beruht darauf, abgestorbene Hautzellen schneller abzulösen, damit neue Hautzellen zum Vorschein kommen. Für eine möglichst lange Sommerbräune ist dieses Wirkprinzip freilich kontraproduktiv.

 

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