PTA-Forum online
Nutzen und Risiken

Lasse ich mein Kind gegen Corona impfen – oder besser nicht?

Ein Piks in den Kinderarm und das war's? Für viele Eltern geht diese Rechnung in der Pandemie so leicht nicht auf, wenn Corona-Impfstoffe für die Jüngsten zugelassen werden. Was spricht dafür, was dagegen?
dpa
26.05.2021  15:00 Uhr

In Deutschland muss dann aber nicht zwingend eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder folgen: Momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern, erklärte STIKO-Mitglied Rüdiger von Kries in der Sendung «RBB-Spezial». «Bei unklarem Risiko kann ich zur Zeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird.» Wichtige Aspekte für eine Einschätzung:

Was ist bei einer Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche anders als bei Erwachsenen?

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen – über die Umsetzung wollen am morgigen Donnerstag auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten.

Kinder sind aber biologisch gesehen keine kleinen Erwachsenen. Es reicht also nicht, eine Impfdosis einfach an ihre Körpergröße oder ihr Körpergewicht anzupassen. Für jedes Medikament sind grundsätzlich eigene Studien in der jungen Altersgruppe nötig. Für den Antrag auf Zulassung für 12- bis 15-Jährige reichte für Hersteller Biontech/Pfizer allerdings ein Test an nur rund 1000 Teenagern.

Der STIKO ist das für ihre Empfehlung nicht genug. «Das ist deutlich zu gering, um seltene Komplikationen nach der Impfung vorhersagen zu können», sagte STIKO-Mitglied Martin Terhardt, Kinder- und Jugendarzt in Berlin, kürzlich im rbb-Inforadio. Deshalb warte das ehrenamtliche Gremium auf mehr Daten aus den USA und Kanada, wo der Impfstoff seit Mai an 12- bis 15-Jährige verabreicht wird. Es geht um eine Prüfung zu Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit. Die STIKO-Empfehlung werde deshalb wahrscheinlich erst deutlich nach der EMA-Entscheidung kommen, so Terhardt. Und sie könnte Einschränkungen enthalten – etwa, dass zunächst nur chronisch kranke Kinder geimpft werden sollten.

Seite123>
TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa