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Kuhmilch, Weizen, Nüsse

Lebensmittel-Allergien durch falsche Ernährung?

Manche Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel mit einer Allergie, die sich als Ausschlag, Atemnot oder sogar mit lebensbedrohlichen Folgen äußern kann. Wie diese entstehen, ist noch nicht vollständig erforscht.
dpa
16.06.2020
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Allergien gegen Lebensmittel werden häufiger. »Das ist inzwischen recht gut belegt«, sagt Katja Nemat vom Ärzteverband Deutscher Allergologen. »Die Nahrungsmittel-Allergien haben seit Anfang der 2000er-Jahre zugenommen.« Etwa 3 Prozent der Erwachsenen und 4 bis 6 Prozent der Kinder sind nach Schätzungen von Experten in Deutschland betroffen. Und nicht immer sind die Beschwerden eindeutig.

Der Darm im Fokus

Die Ernährungsmedizinerin Yurdagül Zopf behandelt am Erlanger Universitätsklinikum regelmäßig Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland und dem Ausland, bei denen die herkömmlichen Allergietests unauffällig sind. Das liege zum einen daran, dass die Tests nicht zu 100 Prozent zuverlässig seien. Zum anderen gebe es Nahrungsmittel-Allergien, die nicht immer durch serologische Tests – also den Nachweis von Antikörpern im Blut – oder auf der Haut feststellbar seien. »Die diagnostischen Möglichkeiten sind häufig noch nicht ausreichend, um alle Nahrungsmittelallergien nachzuweisen.«

Ein Beispiel ist der Darm. »Der Darm ist ein riesiges Immunorgan«, sagt Zopf. »Da müssen wir noch verstehen, welche Bedeutung er bei der Entstehung von Allergien und den allergischen Reaktionen hat.« Dass er eine wichtige Rolle spiele, sei erst in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. Das Universitätsklinikum nutzt ein noch wenig verbreitetes Verfahren, um dies genauer zu untersuchen. Bei der speziellen Darmspiegelung können die Mediziner die Essenz von Nüssen, Soja oder anderen Allergenen auf die Darmschleimhaut sprühen und beobachten, wie diese darauf reagiert.

»Niemand kommt mit einer Allergie auf die Welt«
Katja Nemat, Ärzteverband Deutscher Allergologen

Verarbeitete Lebensmittel und Medikamente

Doch wie entstehen Allergien auf Lebensmittel wie Nüsse, Getreide, Kuhmilch, Hühnerei oder Fisch überhaupt? Vollständig erforscht ist das noch nicht. »Was bestimmt eine Rolle spielt, ist die Art und Weise, wie wir uns ernähren«, sagt die Allergologin Nemat. So stünden stark industriell verarbeitete Lebensmittel im Verdacht, Allergien auszulösen. »Das ist aber sicherlich nicht der einzige Faktor. Es ist ein Zusammenspiel von Ursachen.«

Medikamente können nach Angaben von Zopf die Entstehung von allergischen Reaktionen begünstigen. Säurehemmende Magenmedikamente können zum Beispiel dazu führen, dass Proteine nicht vollständig verdaut werden und größere Eiweißfragmente in den Darm gelangen. »Das kann bei Überempfindlichkeiten oder genetischer Disposition zu Unverträglichkeitsreaktionen führen«, so Nemat.

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