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Prävention

Krebs durch schlechten Lebenstil und Viren

Fast 40 Prozent aller Krebsneuerkrankungen sind nach Expertenangaben durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar. Der größte Risikofaktor sei das Rauchen, gefolgt von ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel, sagte der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Michael Baumann, anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar.
dpa
26.01.2021  16:00 Uhr

Zudem könnten Viren, Bakterien oder Parasiten chronische Entzündungen auslösen, was wiederum Leber-, Darm-, Brust- und Prostata-Krebs begünstige. 20 Prozent aller Krebsneuerkrankungen seien solchen permanenten Entzündungen geschuldet, erläuterte Baumann.

Es gibt mehrere Viren, die Krebs auslösen können, von denen vor allem das Humane Papillomvirus als Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs bekannt ist. Dagegen existiert eine vom langjährigen DKFZ-Chef und Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen entwickelte Impfung, die aber nur 43 Prozent der Mädchen wahrnehmen. Baumann plädierte deshalb für ein Impfprogramm an Schulen.

Einen Riesenfortschritt hat die Medizin auch bei der medikamentösen Bekämpfung des Hepatitis-C-Virus erzielt. Seit 2015 werden fast alle an dieser Leberentzündung erkrankten und entsprechend therapierten Menschen geheilt, wie der Virologe Ralf Bartenschlager erläuterte.

In Deutschland erkranken laut DKFZ jedes Jahr rund 500.000 Menschen an Krebs. Bis 2030 ist mit einer Zunahme von 20 Prozent zu rechnen. 65 Prozent aller Erkrankten überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. »Das heißt aber nicht, dass sie geheilt sind«, betonte Baumann. In Deutschland leben über vier Millionen Menschen mit oder nach einer Krebserkrankung. Baumann warnte davor, wegen der Corona-Pandemie im Kampf gegen den Krebs nachzulassen.

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