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OTC-Beratungscheck

Levonorgestrel 

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu ausgewählten OTC-Präparaten für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Levonorgestrel zur Notfallverhütung
Michelle Haß
02.02.2021  12:30 Uhr

Arzneistoffgruppe

Notfallkontrazeptivum

Präparate

Zum Beispiel: Pidana, Levonorgestrel Stada® 1,5 mg, Levonoraristo® 1,5 mg 

Indikation

Zur Notfallverhütung innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder im Fall des Versagens einer Kontrazeptionsmethode

Dosierung/Anwendung

  • Einzeldosis enthält 1,5 mg Levonorgestrel.
  • Einnahme so frühzeitig wie möglich: Vorzugsweise innerhalb von zwölf Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr, nicht später als 72 Stunden (3 Tage) danach. 
  • Tritt innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme Erbrechen auf, sollte unverzüglich eine weitere Tablette eingenommen werden. 
  • Nach Anwendung  eines Notfallkontrazeptivums kann die Einnahme  regelmäßiger oraler Kontrazeptiva fortgesetzt werden.  Betroffene sollten in jedem Fall zusätzlich bis zur nächsten Menstruationsblutung, mindestens jedoch 14 Tage, mit einer Barrieremethode verhüten.

Kontraindikationen/Warnhinweise

Nur bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Die Abgabe an Mädchen unter 14 Jahren wird ohne Einverständnis eines Erziehungsberechtigten nicht empfohlen. Sie sollten an einen Arzt verwiesen werden.

Nicht zur regelmäßigen Empfängnisverhütung.

Nebenwirkungen

Sehr häufig treten nach der Einnahme Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie Übelkeit und Unterbauchschmerzen auf. Häufig kommt es dabei zu Erbrechen

Nach der Einnahme kann der Menstruationszyklus gestört sein oder Zwischenblutungen auftreten. Bei den meisten Frauen setzt jedoch die nächste Regelblutung innerhalb von sieben Tagen zum erwarteten Termin ein.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme von Enzyminduktoren (hauptsächlich CYP3A4-Induktoren) können den Abbau von Levonorgestrel beschleunigen und so dessen Wirksamkeit verhindern. Beispiele hierfür sind Phenytoin, Carbamazepin, pflanzliche Arzneimittel mit Johanniskraut, Rifampicin, Ritonavir, Rifabutin und Griseofulvin. Frauen, die innerhalb der vergangenen vier Wochen enzyminduzierende Arzneimittel eingenommen haben, empfehlen die Hersteller deshalb, eine nicht-hormonelle Notfallkontrazeption in Erwägung zu ziehen. Ist dies nicht möglich, kann die Einnahme einer doppelten Dosis Levonorgestrel eine Alternative sein. Die Hersteller betonen jedoch, dass diese Alternative bisher nicht untersucht worden ist.

Levonorgestrel-haltige Arzneimittel können die Toxizität von Ciclosporin erhöhen.

Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Notfallkontrazeptiva wie Ulipristalacetat wird nicht empfohlen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Darf bei bestehender Schwangerschaft beziehungsweise Verdacht darauf nicht angewendet werden. Levonorgestrel tritt in die Muttermilch über. Hersteller empfehlen deshalb, die Tablette unmittelbar nach dem Stillen einzunehmen und mindestens acht Stunden danach nicht zu stillen. 

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