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Arzneipflanzenporträt

Löwenzahn

Löwenzahn (Taraxacum officinale) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) ist auch unter den Namen Wiesen-Löwenzahn, Milchdistel, Sonnenwurzel, Kuhblume oder wegen seiner Optik als reife Löwenzahpflanze als Pusteblume bekannt.
Annette Immel-Sehr
10.07.2019
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Leuchtend gelbe Blütenköpfe mit zahlreichen Zungenblüten sind charakteristisches Merkmal des Löwenzahns. / Foto: Adobe Stock/Elena Odareeva
Die Früchte des Löwenzahns bestehen aus Samen mit haarigen Flugschirmen. Diese sind entgegen landläufiger Meinung für Allergiker nicht relevant. / Foto: Fotolia/Brian Jackson

Merkmale

  • lange kräftige, fleischige Pfahlwurzel
  • grundständige Blattrosette aus mehreren schrotsägeförmig gelappten Blättern
  • 10 bis 15 cm langer hohler Blütenstängel mit weißem Milchsaft
  • leuchtend gelbe Blütenköpfe aus zahlreichen Zungenblüten
  • Blütezeit vor allem März bis Mai
  • kleine strohfarbene Früchte mit propellerförmigem Pappus, verbleiben bis zur vollen Reife auf dem Blütenboden ( » Pusteblume « )

Heimat

  • gemäßigte Zonen Eurasiens
  • Droge stammt meist aus Osteuropa

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknetes Kraut und Wurzeln (Taraxaci herba cum radice)
  • getrocknete Wurzel (Taraxaci radix)
  • getrocknetes Kraut (Taraxaci herba)
  • getrocknete Blätter (Taraxaci folium)

Inhaltsstoffe

  • Sesquiterpenlacton-Bitterstoffe
  • Triterpenalkohole
  • Phenolglykoside (Taraxacosid)
  • Flavonoide
  • Kohlenhydrate

Anerkannte medizinische Anwendung

Löwenzahnkraut mit Wurzeln:

  • Störungen des Gallenflusses, Anregung der Diurese, Appetitlosigkeit und dyspeptische Beschwerden (Kommission E)
  • unterstützend zur Verbesserung des Harnflusses zum Beispiel bei Rheumatismus und zur Verhütung von Nierensteinen (ESCOP)

Löwenzahnwurzel:

  • Wiederherstellung der Leber- und Gallefunktion, dyspeptische Beschwerden und Appetitlosigkeit (ESCOP)

Löwenzahnkraut / Löwenzahnblätter:

  • Appetitlosigkeit und dyspeptische Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen (Kommission E)

Empfohlene Dosierung

Dreimal täglich eine Tasse warmen Löwenzahntee trinken (Löwenzahnkraut, Löwenzahnkraut mit Wurzeln oder Löwenzahnblätter);

mittlere Tagesdosis 10 bis 15 g Droge

Nebenwirkungen

eventuell Magenübersäuerung

Wechselwirkungen

keine bekannt

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft, Stillzeit und Kindesalter wegen fehlender Untersuchungen zur Unbedenklichkeit
  • bestehende Allergie gegen Korbblütler (Kreuzallergie möglich)
  • Nierenerkrankungen

Abgabehinweis

  • zur Appetitanregung Tee jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken, bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten
  • bei Durchspülungstherapie zusätzlich reichlich Flüssigkeit trinken
  • bei Gallensteinleiden vor der Anwendung sicherheitshalber mit dem Arzt sprechen
  • falls unter der Behandlung Fieber, Harnverhalt, Krämpfe beim Wasserlassen oder Blut im Urin auftreten, ärztlichen Rat einholen

Zubereitung

Etwa 1 bis 2 Teelöffel fein geschnittenes Löwenzahnkraut mit Wurzel, Löwenzahnkraut oder Löwenzahnblätter mit 150 ml kaltem Wasser ansetzen, kurz aufkochen und nach circa zehn Minuten abseihen

Beispiele für Monopräparate

  • Aurica Fettverdauungstee
  • H&S Löwenzahn
  • Löwenzahn Saft Schoenenberger®
  • Sidroga Löwenzahn

Beispiele für Kombipräparate

  • Stoffwechseltee Adler Pharma
  • Gallexier® Kräuterbitter Salus
  • H&S Galle- und Lebertee
  • Sidroga Magen-Darm-Anregungstee

Nicht nur für Veganer

Löwenzahnblätter als Gemüse sind unter Hobbyköchen kein Geheimtipp mehr. Vor allem die zarten Blätter des Frühlingsaustriebs vor der Blüte eignen sich, da sie kaum Bitterstoffe enthalten. Sie schmecken beispielsweise gedünstet, als Zutat für Quiches oder als Salat.

Weniger bekannt ist, dass sich auch mit den Blüten Köstliches herstellen lässt: Löwenzahnblüten-Sirup. Diese auch als Löwenzahnhonig bezeichnete Flüssigkeit ist nicht nur bei Veganern beliebt. Neben drei Handvoll Löwenzahnblüten benötigt man eine unbehandelte Zitrone, ein Kilogramm Zucker und ein Liter Wasser. Die Mischung wird so lange gekocht, bis sie die gewünschte Konsistenz hat, und danach durch ein Sieb gegeben. Löwenzahnhonig eignet sich als Brotaufstrich sowie zur Verfeinerung von Desserts, Müslis und Tees.

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