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Expopharm Impuls

»Lokalantibiotika bei Halsschmerzen sind ein No-Go«

Mit der Erkältungssaison steigt die Zahl der Apothekenkunden, die über Halsschmerzen klagen. PTA und Apotheker können dann aus einer ganzen Palette an Präparaten wählen – darunter auch Antibiotika-haltige OTC-Arzneimittel. Wie sinnvoll ihr Einsatz ist und was bessere Alternativen sind, war Thema einer Expertenrunde, ausgerichtet vom Pharmahersteller Reckitt Benckiser bei der Expopharm Impuls.
Michelle Haß
12.10.2020  16:15 Uhr

Halsschmerzen ist eines der ersten Symptome bei Erkältungskrankheiten. Obwohl inzwischen ausreichend bekannt ist, dass in der Regel Viren die Ursache für das unangenehme Gefühl im Hals sind, werden in der Therapie immer noch Antibiotika eingesetzt – sowohl in der Selbstmedikation als auch im Rx-Bereich als systemische Therapie-Option. Dazu haben Professor Dr. Attila Altiner, Allgemeinmediziner und Lehrstuhlinhaber an der Universitätsmedizin Rostock, und Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, wissenschaftlicher Leiter des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bundesapothekerkammer, eine ganz eindeutige Meinung: »Der Einsatz von Lokalantibiotika bei Halsschmerzen ist obsolet.«

Laut Altiner bieten sie keinerlei Vorteile, haben dennoch unter Umständen einen negativen Einfluss auf das Mikrobiom und sind an der Resistenzbildung beteiligt. »Heutzutage ist ihr Einsatz in der Selbstmedikation ein klares No-Go.«

Im niedergelassenen Bereich würden entgegen vieler Vermutungen nur wenige Patienten mit einem Atemwegsinfekt ein Antibiotikum verordnet haben wollen. Der Grund, warum manche Patienten dennoch aktiv Antibiotika einforderten, sei die Erfahrung, dass es ihnen irgendwann einmal geholfen habe. Hier gilt es, dem Patienten zu verdeutlichen, dass es sich bei einer Erkältung und den damit verbundenen Halsschmerzen in der Regel um einen viralen Infekt handle und Antibiotika somit unwirksam seien, so der Allgemeinmediziner. Er sieht hier auch das pharmazeutische Personal in der Pflicht.

Zudem appellierte er, bei Verweis des Patienten an den Arzt die Gründe für diese Empfehlung darzulegen. Konkret bedeute dies, dem Kunden in der Offizin klar zu machen, warum er den Arzt aufsuchen soll, nämlich um schwerwiegende Ursachen für seine Symptome auszuschließen und nicht um sich »etwas Richtiges verordnen zu lassen«. Nur so werde die Erwartungshaltung des Patienten gegenüber dem Arzt reduziert. Im Anschluss könne der Patient dann meist beruhigt mit den verschreibungsfreien Mitteln seine Symptome lindern.

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