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»Lokalantibiotika bei Halsschmerzen sind ein No-Go«

In der Apotheke stehen eine Reihe verschiedener Therapieoptionen zur Verfügung. Neben nicht- medikamentösen Maßnahmen wie einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr, sprach sich Schubert-Zsilavecz vor allem für eine rationale Therapie der Halsschmerzen mit antientzündlichen Wirkstoffen wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) aus. Die Schädigung der Rachenschleimhaut bedeutet eine lokale Entzündungsreaktion. »Antientzündliche Substanzen, die sowohl systemisch als auch lokal eingesetzt werden, sind wichtige Substanzen, die schnell und zuverlässig die pathophysiologischen Korrelate der Halsschmerzen ausschalten können«, erklärte Schubert-Zsilavecz.

Er empfiehlt jedoch auch, die patientenindividuellen Bedürfnisse im Blick zu behalten. Wenn jemand ein Lokalanästhetikum wünsche, sollten PTA und Apotheker dieser Bitte nachkommen. »Ein gutes Beratungsgespräch zeichnet sich dadurch aus, dass das pharmazeutische Personal die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen aufzeigt«, sagte Schubert-Zsilavecz. Ein Lokalanästhetikum verschaffe zwar schnell Hilfe, greife aber anders als eine antientzündliche Substanz nicht in das Krankheitsgeschehen ein.

Besondere Umstände

Schubert-Zsilavecz sprach sich noch aus einem ganz anderen Grund für den rationalen Einsatz von OTC-Arzneimitteln bei Halsschmerzen aus. »Der Unterschied der diesjährigen Erkältungssaison zur vorangegangen besteht darin, dass wir zusätzlich eine Coronavirus-Pandemie haben.« Halsschmerzen seien Ausgangspunkt für erkältungsbedingten Husten, der in der jetzigen Zeit besonders unbeliebt sei. Deshalb ginge es entscheidend darum, das Symptom Husten bei Erkältungen möglichst zu minimieren, indem man in das Entzündungsgeschehen der Halsschmerzen eingreife.

Auch Altiner betonte, dass es nicht darum ginge, eine unsinnige Überdiagnostik für die Ursachen der Halsschmerzen zu betreiben, sondern die wenigen schweren Verläufe zu finden, zu denen auch Covid-19 zähle. Somit habe die Beratung in der Apotheke eine zentrale Rolle. Dann können die sogenannten Red Flags bei Halsschmerzen beispielswiese Atemnot oder Coronavirus-bedingt Verlust beziehungsweise Störungen des Geruchssinns ganz einfach niederschwellig erfasst werden.

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