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Radon und andere Schadstoffe

Lungenkrebs betrifft nicht nur Raucher

Rauchen gilt als Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs. Sind Nichtraucher betroffen, ist das mitunter überraschend. Doch was viele nicht wissen: Auch Schadstoffe am Arbeitsplatz oder ein hoher Radongehalt in der Raumluft können Lungenkrebs auslösen.
Carina Steyer
10.01.2022  09:00 Uhr

In Deutschland erkranken jährlich rund 57.500 Menschen an Lungenkrebs. Mit rund 36.000 Erkrankten pro Jahr ist er bei Männern die zweithäufigste, bei Frauen mit rund 21.000 Erkrankten die dritthäufigste Krebsform. Im Vergleich zu anderen Krebserkrankten haben von Lungenkrebs Betroffene meist eine schlechte Prognose. Pro Jahr versterben rund 29.300 Männer und 16.500 Frauen an Lungenkrebs. Er gilt damit bei Männern als die häufigste, bei Frauen als die zweithäufigste Krebs-Todesursache.

Verantwortlich für die schlechte Prognose ist in erster Linie das Fehlen von Beschwerden im Anfangsstadium. Zeigen sich Symptome, sind diese zunächst unspezifisch. Husten oder Schmerzen in der Brust können Anzeichen sein, werden mitunter aber zunächst auf eine Bronchitis oder Lungenentzündung zurückgeführt. Werden die Symptome auffälliger, ist die Erkrankung in der Regel bereits deutlich fortgeschritten. Dringend abklärungsbedürftig sind nun: Kurzatmigkeit und Atemnot, Gewichtsverlust, anhaltende Schwäche und Müdigkeit, ein stärker werdender schleimiger oder ein blutiger Auswurf, Schmerzen im Brustbereich sowie Fieberschübe. Manchmal verursacht auch erst die Bildung von Metastasen auffällige Beschwerden. Diese treten vor allem im Gehirn, den Knochen, der Leber oder Nebennierenrinde sowie in den Lymphknoten im Brust- und hinteren Bauchraum auf. Einige Lungenkarzinome bilden zudem hormonartige Substanzen, die zu Blutbildveränderungen, neurologischen Symptomen oder Hautveränderungen führen können.

Klare Beziehung

Mediziner gehen heute davon aus, dass sich Lungenkrebs über mehrere Stufen und Jahre hinweg entwickelt. Ganz am Anfang steht dabei der Kontakt mit einem Karzinogen. Auf der nächsten Stufe folgen durch das Karzinogen ausgelöste Mutationen in den Zellen der unteren Atemwege oder in der Lunge. Erst auf der dritten Stufe kommt es –  nach einer Latenzzeit von bis zu 40 Jahren – zum ungehemmten Wachstum der geschädigten Zellen.

Die häufigste Ursache für die Entwicklung von Lungenkrebs ist das Rauchen. Hier besteht eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung. Je länger man raucht, je früher man mit dem Rauchen anfängt und je mehr man pro Tag raucht, umso höher ist das Risiko, im späteren Leben an Lungenkrebs zu erkranken. Das gilt nicht nur für den Raucher selbst, sondern auch für Passivraucher. Umgekehrt lässt sich das Risiko ebenso beeinflussen: Wer mit dem Rauchen aufhört, steigert sein Risiko nicht mehr. Und je länger der Rauchstopp zurückliegt, umso weiter sinkt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

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