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Bei Asthma, COPD und Mukoviszidose

Lungenschleim stoppen

Schwere Lungensymptome durch chronische Erkrankungen gehen oft mit einer überschießenden Schleimproduktion einher. Neu entwickelte Substanzen könnten das Geschehen eindämmen.
Annette Immel-Sehr
03.05.2022  16:00 Uhr

Eine übermäßige Produktion von Schleim in den Atemwegen verursacht bei Asthma, COPD und Mukoviszidose oft schwere Symptome. Forschende der Universitäten Ulm, Stanford und des MD Anderson Cancer Centers der University of Texas haben nun einen Inhibitor entwickelt, der die überschießende Schleimbildung verhindert. Der Schleim wird normalerweise in den Lungenzellen produziert, dort in Vesikeln gespeichert und dann durch eine Fusion der Vesikel mit der Zellmembran freigesetzt. Dabei spielen verschiedene spezialisierte Proteine, sogenannte Synaptotagmine, zusammen. Experimentelle Vorarbeiten der Forschenden hatten Synaptotagmin-2 als therapeutischen Angriffspunkt identifiziert. Es gelang ihnen dann, ein Peptid (SP9) zu synthetisieren, das an Synaptotagmin-2 bindet und dessen Wirkung verhindert.

Tatsächlich konnte SP9 die Vesikel-Fusion und damit die Schleimfreisetzung stoppen. Gleichzeitig blieb eine Rest-Schleimproduktion erhalten, die für die Erreger-Abwehr in den Atemwegen wichtig ist. »Ein Medikament, das die überschießende, nicht aber die lebenswichtige Basis-Schleimfreisetzung hemmt, könnte ein wirkungsvoller Therapieansatz für Millionen Lungenkranke sein«, erklärt Professor Dr. Manfred Frick vom Institut für Allgemeine Physiologie der Universität Ulm in einer Pressemeldung.

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