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Heimische Hülsenfrüchte 

Lupinen im Trend

Proteinreich, glutenfrei, nachhaltig – Lebensmittel mit Lupinensamen haben einiges zu bieten. In den Regalen des Einzelhandels findet sich eine wachsende Produktpalette mit Bestandteilen der einheimischen Hülsenfrucht. Auch die Gesundheit profitiert.
Ulrike Becker
13.05.2020  09:30 Uhr
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Ob Kaffeeersatz, Brotaufstriche, Eis und Joghurt, Mehl oder Bratlinge – vor allem im Bioladen stößt man immer häufiger auf die Zutat »Lupinen«. Als regionaler Proteinlieferant wird der Anbau der Lupinen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen der »Eiweißpflanzenstrategie« seit 2013 gefördert. Denn die Europäische Union muss 70 Prozent ihres Proteinbedarfs aus Übersee importieren – vor allem für das Kraftfutter in der Tierhaltung. Die Förderung zeigt Erfolg: Auf knapp 24.000 Hektar Ackerfläche wachsen Lupinen mit ihren großen, farbenprächtigen Blütenständen. In der Europäischen Union ist Deutschland in der Anbaufläche führend. Auf der Suche nach nährstoffreichen und von Gentechnik freien Proteinlieferanten rücken die weißen, gelben und blauen Süßlupinen verstärkt in den Fokus von Wissenschaftlern, Landwirten und Lebensmittelproduzenten.

Alkaloide kontrolliert

Lupinen zählen botanisch zu den Leguminosen, also zu den Hülsenfrüchten wie Sojabohnen, Erbsen und Linsen. Etwa 200 Arten der Lupinenfamilie sind bekannt, wobei sich in den Regionen der Erde verschiedene Sorten etabliert haben. Die europäischen Sorten entstammen allesamt dem Samenpool der Mittelmeerländer. Überlieferungen deuten darauf hin, dass Lupinen schon im alten Ägypten und Griechenland als Nahrungsmittel angebaut wurden. In Südamerika – vor allem in Bolivien, Peru und Ecuador – werden Lupinensamen in bestimmten Regionen noch heute als Öllieferanten genutzt.

Die krautige Pflanze mit langstieligen Blättern wächst bis zu eineinhalb Meter hoch und bildet aufrechte Blütenstände. Nach der Blüte hängen an den Stängeln drei bis sieben Zentimeter lange Schoten, die abgeflachte und je nach Sorte unterschiedlich gefärbte Samen enthalten. Traditionell wurden die Samen vor der Zubereitung mehrfach gewässert und das Wasser entsorgt. Auf diese Weise wurde der ursprünglich hohe Anteil an bitteren und teilweise auch giftigen Alkaloiden reduziert. In der natürlich wachsenden Gartenlupine sind die giftigen Stoffe, die eine Atemlähmung verursachen können, noch immer vorhanden. Eine frühe Auslese weniger bitterer Sorten und moderne Züchtungen haben die bedenklichen Stoffe jedoch aus den für die Landwirtschaft verwendeten Samen weitgehend herausgezüchtet. Die hierzulande für die menschliche Ernährung genutzten Sorten müssen einen Alkaloidgehalt von unter 0,02 Prozent aufweisen und werden daher als Süßlupine bezeichnet. Für die Verwendung in Lebensmitteln und Tierfutter eignet sich auch die in Südamerika wachsende Andenlupine.

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