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Mythen und Fakten

Macht’s die Milch?

Die Ernährungsrichtlinien der DGE empfehlen in ihren zehn Regeln denjenigen, die Kalorien sparen wollen, fettarmen Milchprodukten den Vorzug zu geben. Milchfette stellen eine Quelle für gesättigte Fette dar und stehen im Verdacht, die Blutfette nachteilig zu beeinflussen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen. Die PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology), eine große multinationale Kohortenstudie, untersuchte anhand rückblickender Befragungen zum Ernährungsverhalten von 35- bis 70-Jährigen aus 21 Ländern, ob dieses Risiko tatsächlich besteht. Die Studie lief von 2003 bis 2018 mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 9,1 Jahre.

Die Studie, die den Milch-, Joghurt- und Käsekonsum von über 135.000 Personen erfasste, kam zu dem Ergebnis, dass zwei Portionen Milchprodukte am Tag im Vergleich zu keiner Portion mit einem geringeren Risiko für Gesamtsterblichkeit, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall verbunden war. Auch die Rate an Diabeteserkrankungen fiel bei den Milchtrinkern geringer aus. Dieser Befund war vom Konsum vollfetter Milchprodukten abhängig, also solcher mit dem natürlichen Fettgehalt von 3,5 bis 3,8 Prozent. Wer ausschließlich fettreduzierte Produkte verzehrte, zeigte kein verringertes Risiko. Auch Kinder sollten lieber vollfette Milch trinken. Nach Aussagen einer kanadischen Studie litten sie seltener an Übergewicht als diejenigen, die fettreduzierte Milch konsumierten.

Verschiedene Meta-Analysen deuten auf weitere gesundheitliche Vorteile von Milchverzehr hin: Ein regelmäßiger Verzehr von Milch und Milchprodukten scheint mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung eines Metabolische Syndroms verbunden zu sein.

Frischmilch, 3,5 % Fett Gehalt je 100 g Lebensmittel
Energie 64 kcal
Fett 3,5 g
Eiweiß 3,3 g
Kohlenhydrate 4,8 g
Calcium 120 mg
Magnesium 12 mg
Vitamin B2 0,18 mg
Vitamin C 1 mg
Jod 11,7µg
Quelle: Elmadfa I. Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle, Neuausgabe 2020/21, GU

Die Menge macht’s

Die Studienlage zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Milchkonsums fällt also teilweise widersprüchlich aus. Die meisten Wissenschaftler sind sich aber einig, dass mäßige Mengen der Gesundheit zuträglich sind. Aufgrund der hohen Nährstoff- und Energiedichte sollte sie aber nicht als Getränk angesehen werden. Wer sich bewusst ernährt und Lebensmittel gezielt auswählt, kann zwar auch ohne Milch und Milchprodukte eine gute Nährstoffaufnahme erreichen. Auf Basis einer abwechslungsreichen Kost mit überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln erleichtern Milch und Milchprodukte jedoch die Versorgung mit wertvollen Inhaltsstoffen. 

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