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Superfood im Check

Manuka-Honig: Eine süße Wunderwaffe

Äußerliche und lokale Anwendung

Manuka-Honig ist auch äußerlich anwendbar und wird in der Kosmetikindustrie Hautpflegeprodukten zugesetzt. Dabei sind MGO-Gehalte von 30+ oder 100+ ausreichend. Pur ist Manuka-Honig nicht zur Wundheilung geeignet und sollte deshalb nicht einfach auf Wunden aufgetragen werden. Schließlich handelt es sich um ein unbehandeltes, nicht steriles Naturprodukt, das Keime enthalten kann. Unbedenklich ist hingegen die Anwendung in verarbeiteter Form in Wund- und Heilsalben. Der Honig ist aber nicht als Arzneimittel zugelassen und wird deshalb als Medizinprodukt unter dem Begriff »Medihoney« gehandelt.

Die antibakterielle und antiseptische Wirkung des Manuka-Honigs nutzen Hersteller von Mund- und Rachensprays oder Lutschbonbons bei Halsschmerzen. Manuka-Honig wird auch Zahncreme zugesetzt.

Besonderheiten

Honig in purer Form ist für Säuglinge nicht geeignet und kann als Auslöser für Säuglingsbotulismus sogar sehr gefährlich sein. Diese Erkrankung wird durch ein stäbchenförmiges Bakterium ausgelöst, das unter sauerstofffreien Bedingungen ein starkes Nervengift bildet: Clostridium botulinum. Sporen dieses Bakteriums keimen im Darm aus und bilden ein Toxin, das zu starken Lähmungserscheinungen der Atemmuskulatur bis hin zu Atemstillstand führt. Aus diesem Grund empfiehlt das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR), Honig nicht an Säuglinge unter einem Jahr zu verabreichen, Getränke nicht mit Honig zu süßen und keinesfalls Brustwarzen oder Schnuller mit Honig einzustreichen, um eine eventuelle Saughemmung zu überwinden. Wenn der Honig Bestandteil von Säuglingsfertignahrung ist, obliegt es dem Hersteller, ein Verfahren anzuwenden, das Clostridium botulinum zuverlässig abtötet. Für ältere Kinder und Erwachsene gibt es eine Entwarnung: Bedingt durch ein stabiles Mikrobiom im Darm ist mit einer solchen Erkrankung zu nicht rechnen.

Manuka-Honig ist genauso kariogen wie gewöhnlicher Haushaltszucker. Durch seine Konsistenz klebt er sogar noch länger an den Zähnen. Deshalb gilt auch hier nach dem Verzehr: gründliches Zähneputzen nicht vergessen.

Generell sind in Deutschland weit über 100 Honigsorten im Handel, deren Qualität durch die sogenannte Honig-Verordnung geregelt ist. Demnach muss Honig, soweit möglich, frei von honigfremden Stoffen sein. Er darf keinen künstlich veränderten Säuregrad aufweisen, keinen Fremdgeruch oder -geschmack und darf nicht gegoren sein. Er darf nicht über 40 Grad erhitzt werden, damit die enthaltenen Enzyme nicht zerstört werden. Im Verarbeitungsprozess wird Honig erwärmt, damit er flüssiger wird und sich leichter abfüllen lässt. Wird er übermäßig erhitzt, so lässt sich eine Wärmeschädigung durch die Substanz HMF (Hydroxymethylfurfural) nachweisen und ist somit ein Qualitätsmerkmal eines Honigs. Laut Honig-Verordnung darf ein Honig maximal 40 Milligramm je Kilogramm enthalten. Ein frisch geschleuderter, nicht erhitzter Honig enthält kein HMF.

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