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BVpta-Kommentar

Masken, Masken, überall Masken

Das Geschäft mit den Masken durchdringt den Arbeitsalltag in der Apotheke immer mehr. Dazu hat sich BVpta-Vorstandsmitglied Nina Schackmann Gedanken gemacht. Von PTA zu PTA.
BVpta Nina Schackmann
19.02.2021  08:30 Uhr

Kennt Ihr das auch? Man sieht nicht nur überall Masken, sie bestimmen zunehmend auch unseren Arbeitsalltag. Dabei möchte ich klarstellen, dass diese Zeilen keine Tirade gegen Schutzmasken werden sollen. Deren Einsatz ist sinnvoll und daher gerechtfertigt. Auch eine Diskussion um das Honorar möchte ich nicht anfachen.

Aber fragt Ihr Euch nicht manchmal auch, wozu man eigentlich die Ausbildung gemacht hat? Mir geht das in den vergangenen Wochen tatsächlich so. Ich bin schlichtweg genervt - und das muss jetzt mal raus. Denn die zunehmende Corona-Müdigkeit hat nicht nur unsere Kunden, sondern auch uns selbst erfasst. Und das kostet zusätzliche Energie.

In unserer Apotheke geben wir täglich im Durchschnitt 8000 bis 10.000 Masken ab, und zwar mit Berechtigungsschein oder ohne. An manchen Tagen sind es vielleicht auch einmal »nur« 2000. Man kann es im Voraus nur schwer abschätzen. Jede Woche kommen jedenfalls riesige Pakete mit neuen Masken an. Und da Apotheken bekanntlich keine riesigen Lagerhallen aufweisen, ist der Platz ziemlich begrenzt. Dann wird ausgepackt, gezählt und irgendwo eine freie Fläche gesucht. Unsere Leitung schwitzt jeden Tag bei dem Gedanken, dass der Amtsapotheker vor der Tür stehen könnte. Selbst im Labor muss man teilweise schon Slalom laufen. Aber es ist zumindest besser geworden als in der Zeit vor Weihnachten, als da zusätzlich auch noch die Weihnachtsgeschenke für die Kunden standen.

Selbst wenn dies eine einfache, fast stupide Arbeit ist, die im sonst so stressigen Alltag auch einmal gut tun kann: Manchmal rennen gefühlt alle PTA auf den einen Kunden zu, der ein Rezept in der Hand hält und nicht den gelben Schein von der Regierung. Richtig schön ist es dann, wenn man eine echte Beratung geben kann. Hatte man früher oft die Augen verdreht, wenn jemand kurz vor Schluss eine ausführliche Kosmetik-Beratung oder einen Interaktions-Check all seiner 20 Medikamente wollte, so ist man heute regelrecht erfreut darüber. Denn dann darf man sein Wissen wieder an den Kunden bringen.

Natürlich werden sich die Zeiten wieder ändern. Wir werden wieder mehr, wahrscheinlich sogar viel mehr beraten. Nach der Pandemie wird es auch gefühlt wieder mehr Erkältungen, Brech-Durchfälle und Ähnliches geben. Und ja: Dann werde ich mich wahrscheinlich fürchterlich darüber beschweren, wie anstrengend es zur Zeit ist. Aber zumindest wird dann die Zeit der Masken (wenn auch vielleicht nie mehr ganz komplett) vorbei sein.

Jetzt aber denke ich oft: Es nervt! Als ich all dies in unserer letzten Teamsitzung loswerden wollte, sagte meine Kollegin zu mir: »Ich kann dich verstehen. Aber weißt du, was mir dabei hilft, nicht durchzudrehen? Im Moment heißt das Motto Durchhalten und alle an einem Strang ziehen. Wir helfen mit unserem systemrelevanten Beruf Millionen Menschen, sich besser zu schützen. Darauf sollten wir doch stolz sein, auch wenn es mal eintönig und nervtötend ist.«

Das stimmt! So hatte ich es tatsächlich noch nicht betrachtet. Wir wollen doch Verantwortung übernehmen. Auch deshalb haben wir unseren schönen Beruf ergriffen. Insofern sind das vielleicht gute Gedanken, die dem ein oder anderen auch helfen. In diesem Sinne: Gemeinsam schaffen wir das! Haltet durch!

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