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Arzneipflanzenporträt

Mate

Die anregende Wirkung des Matestrauchs, auch Matebaum oder Ilex paraguariensis genannt, schätzen bereits die Indios. Heute ist die Droge aus der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae) als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.
Annette Immel-Sehr
20.03.2019
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Merkmale

  • 6 bis 14 m hoher immergrüner Baum
  • in Kulturen 5 bis 6 m hoch
  • wechselständige, etwa 15 cm lange, elliptische, lederartige Blätter mit kerbig gesägtem Blattrand
  • achselständig stehende weiße Blüten, zu 40 bis 50 gebüschelt
  • runde rote Steinfrüchte mit je 4 bis 8 Samen

Heimat

  • Brasilien, Paraguay und Uruguay
  • Droge stammt vor allem aus Brasilien

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Blätter (Mate folium)
  • geröstete Mateblätter (Mate folium tostum)

Inhaltsstoffe

  • Koffein, Theobromin
  • Caffeoylchinasäuren
  • Flavonoide
  • Saponine
  • Gerbstoffe

Anerkannte medizinische Anwendung

  • geistige und körperliche Ermüdung (Kommission E)
  • Einstufung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel: bei Müdigkeit, Schwächegefühl und zur Durchspülung der Harnwege (HMPC)

Empfohlene Dosierung

  • bei Müdigkeit: 2- bis 3-mal täglich eine Tasse warmen Mateblättertee trinken, Tagesdosis 2 bis 4 g Droge
  • bei Harnwegsbeschwerden: 1- bis 2-mal täglich eine Tasse warmen Mateblättertee trinken, Tagesdosis 2,5 bis 5 g Droge

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

  • Wirkung von MAO-Hemmern kann verstärkt werden
  • Wirkung von Sedativa und Hypnotika kann abgeschwächt werden
  • Nebenwirkungen von Sympathomimetika können verstärkt werden

Kontraindikationen

  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Erkrankungen mit Empfehlung zur Einschränkung der Flüssigkeitsaufnahme

Abgabehinweise

  • nicht vor dem Schlafengehen trinken
  • nicht für Kinder und Jugendliche geeignet, da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vorliegen
  • Anregende Wirkung ist bei kurz aufgebrühtem Aufguss stärker als nach langem Ziehenlassen

Zubereitung

1 bis 1,5 Teelöffel (ca. 2 bis 3 g) Mateblätter mit 150 ml heißem, nicht mehr sprudelnd kochendem Wasser übergießen, nach 5 bis 10 Minuten abseihen

Präparate

Beispiele Kombipräparate:

  • Bad Heilbrunner Fastentee
  • Fastentee Filterbeutel Bombastus
  • H&S Mate-Minze
  • Sidroga Wellness Mate-Cranberry Tee

Nationalgetränk der Südamerikaner

Schon seit alters her schätzen die Indios die belebende Wirkung der Mateblätter. Da das enthaltene Koffein fast zur Hälfte an Chlorogensäure gebunden ist, erfolgt die Freisetzung im Körper retardiert. Deshalb tritt die belebende Wirkung des Matetees langsamer ein als die von Kaffee – hält aber auch länger an. Als die Jesuiten im 17. Jahrhundert das heutige Paraguay missionierten, begannen sie mit dem systematischen Mate-Anbau und legten erstmals Plantagen an. Heute ist Matetee in weiten Teilen Südamerikas, vor allem in Brasilien, ein beliebtes Getränk. Bei den Europäern konnte sich das anregende Genussmittel dagegen nicht gegen Kaffee  und schwarzen Tee durchsetzen.

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