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Noch zu selten verordnet

Medikamente zur Migräneprophylaxe

Es fehlen prospektive Studien zur Migräneprophylaxe, so die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Das verhindere eine personalisierte Therapie.
Isabel Weinert
04.11.2020  16:00 Uhr

Für Migränepatienten ist es wichtig, genau das Medikament zu erhalten, das dem jeweils Betroffenen auch tatsächlich hilft. Diese personalisierte Medizin gelingt bei Medikamenten zur Migräneprophylaxe noch nicht ausreichend, so die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in einer Pressemitteilung. So wurden in den letzten Monaten zwar drei neuartige Medikamente zur Prophylaxe von Migräneanfällen zugelassen, so genannte Antikörper. Sie richten sich gegen wichtige Botenstoffe, die bei der Entstehung von Migräneanfällen eine zentrale Rolle spielen.

Weil die Mittel neu seien, würden sie jedoch noch zu zögerlich verordnet, als dass sie personalisiert zum Einsatz kommen könnten, denn klinische Erfahrungen fehlten bislang. Deshalb fordert die DMKG größere prospektive Studien, wie sie mit dem DMKG-Register begonnen wurden. Auf diese Weise könnten mehr Menschen von den neuen Arzneistoffen profitieren, aber auch von bereits länger verfügbaren Substanzen, bei denen die Datenlage ebenfalls noch dürftig sei. 

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