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ADHS

Mehr als nur zappelig

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychischen Störungen im Kinder- und Jugendalter. Von einer Therapie profitieren Betroffene ein Leben lang.
Anna Carolin Antropov
29.01.2021  14:00 Uhr

Schon vor über hundert Jahren skizzierte Heinrich Hoffmann mit dem Zappelphilipp das volkstümliche Bild eines ADHS-Patienten. Was damals als ungehorsam galt, verstehen Ärzte und Pädagogen mittlerweile als Krankheit: Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ist mehr als nur zappelige Beine und leichte Ablenkbarkeit. Sie betrifft rund 5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen.

Betroffene schweifen leicht ab, wirken schusselig und vergesslich. Viele können nur schwer warten, unterbrechen andere ständig im Spiel oder mitten im Satz. Dabei gehen die Auffälligkeiten weit über das normale Ausmaß hinaus und unterscheiden sich je nach Altersstufe. Vorschul- und Schulkinder fallen häufig durch ihre motorische Unruhe auf, da sie kaum still sitzen oder unnötig laut spielen. Bei Jugendlichen äußert sich die Hyperaktivität dagegen eher in innerer Unruhe. Oft entspricht das Verhalten von Erkrankten weder dem Alter noch Entwicklungsstand.

Als charakteristisch für eine ADHS-Erkrankung gelten die drei Kernsymptome:

  • Aufmerksamkeitsstörung
  • Impulsivität
  • Hyperaktivität

Sie beginnen in der Regel im Kindesalter und treten in mehreren Lebensbereichen wie zu Hause und in der Schule auf. Definitionsgemäß halten die Beschwerden mindestens seit einem halben Jahr an und Betroffene fühlen sich zumindest moderat eingeschränkt.

Bei ADHS scheinen vor allem Hirnfunktionen gestört zu sein, die von den Neurotransmittern Dopamin oder Noradrenalin gesteuert werden. Bildgebende Verfahren konnten in den 1980er-Jahren erstmalig strukturelle Veränderungen im Gehirn sichtbar machen. Auch bei Messung der Hirnströme fallen Besonderheiten bei der Elektroenzephalografie (EEG) auf. Ärzte gehen mittlerweile von einer genetisch mitbedingten neuronalen Entwicklungsstörung aus. Denn Umwelt und genetische Faktoren interagieren komplex miteinander und frühe Umwelteinflüsse wie das elterliche Verhalten oder Noxen vor und nach der Geburt beeinflussen die strukturelle und funktionelle Hirnentwicklung entscheidend mit.

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