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WHO warnt

Mehr Corona-Infektionen durch kühleres Wetter?

Das Risiko neuer Corona-Infektionen steigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO, wenn die Urlaubszeit zu Ende geht und es kühler wird. Das liege daran, dass sich dann wieder mehr Menschen in geschlossenen Räumen statt draußen aufhalten, sagte eine WHO-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Ob und wann es aber in welchen Ländern zu einem neuen Anstieg von Infektionen oder einer zweiten Welle komme, sei nicht vorherzusagen.
dpa
29.07.2020  14:30 Uhr

»Wir wissen, dass das Virus sich draußen weniger effektiv verbreitet als in geschlossenen Räumen, dass gut gelüftete Räume weniger Risiko bergen als schlecht gelüftete und dass das Abstand Halten ebenfalls eine Rolle spielt«, sagte die Sprecherin. »Umweltbedingungen wie Luftfeuchtigkeit, Temperaturen und UV-Strahlung dürften auch eine begrenzte Rolle spielen.« Die tatsächlichen Übertragungsraten hingen aber vom Verhalten der Menschen und den geltenden Schutzmaßnahmen ab, um das Risiko von Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen, die sich in kälteren Monaten ausbreiteten, einzudämmen. Es könne nötig sein, bereits aufgehobene Maßnahmen vorübergehend erneut zu verhängen.

»Wir können keine Vorhersagen machen, wann die Pandemie weltweit oder in einem bestimmten Land ihren Höhepunkt erreicht, oder wo und wann wir mit neuen Höhepunkten oder Wellen von Fällen rechnen müssen«, sagte die Sprecherin. Das Risiko eines Wiederaufflammens der Krankheit bestehe in jedem Land. »Mit der Pandemie umzugehen ist ein Marathon, kein Sprint.«

WHO vermerkt Rekordzahl bei Neuinfektionen an einem Tag

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte am Freitag innerhalb von 24 Stunden die Rekordzahl von 284.196 neuen Corona-Fällen. Am Samstagabend lag der Wert mit 284.083 ähnlich hoch. Weltweit die mit Abstand meisten Infektionen binnen eines Tages verzeichneten laut WHO bis Samstagabend die USA mit rund 72.000 neuen Fällen und Brasilien mit fast 60.000. Seit Beginn der Pandemie Ende des vergangenen Jahres bis Samstag wurden knapp 15,6 Millionen Infektionen gemeldet. Mehr als 635. 00 Menschen starben nachweislich mit einer Coronavirus-Infektion.

In Deutschland haben sich seit Beginn der Corona-Krise mindestens 205.609 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert (Datenstand 27.7., 0.00 Uhr). Es starben nach den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bislang 9118 mit dem Virus infizierte Menschen. Bis Montagmorgen hatten 190.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. 

Nach einem Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen bundesweit hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die Bevölkerung zum Einhalten der Verhaltensregeln aufgefordert. Die Entwicklung sei sehr beunruhigend, bekräftigte RKI-Präsident Lothar Wieler am 28. Juli in Berlin. Es gelte nun zu verhindern, dass sich das Virus wieder rasant und unkontrolliert ausbreitet.

»Das schaffen wir nur gemeinsam«, sagte Wieler. Menschen seien nachlässig geworden. Zu Tausenden wilde Partys zu feiern, sei »rücksichtlos« und auch »fahrlässig«, sagte er. Und auch im Urlaub sei vernünftiges Verhalten gefragt. Im Unterschied zur letzten Zeit mit einzelnen großen Ausbrüchen sei die Lage derzeit diffus, schilderte RKI-Expertin Ute Rexroth. Beobachtet würden Fallzahlenanstiege in unterschiedlichen Kommunen und Gemeinden – deutschlandweit steckten sich wieder mehr Menschen an. Es bestehe die Sorge, dass sich eine Trendumkehr andeuten könne. Wieler betonte: Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen – aber es könne sein.

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