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Britische Studie

Mehr Diabetes durch Cortison-Spray?

In einer britischen Kohortenstudie nutzten die Forscher die Daten von 38.000 COPD-Patienten aus zwei großen britischen Datenbanken, die die Gesundheitsdaten der Teilnehmenden von 1983 bis 2016 enthielten.
Isabel Weinert
16.01.2020  12:30 Uhr

Alle Patientinnen und Patienten waren mindestens 40 Jahre alt und begannen zwischen 1990 und 2015 entweder eine Therapie mit Cortison-Spray oder mit einem lang wirksamen Bronchodilatator. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 3,7 bis 5,6 Jahre.

Nach Auswertung aller Daten zeigte sich, dass Personen, die mit inhalativem Cortison (ICS) behandelt wurden, ein um etwa 27 Prozent höheres Risiko hatten, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, gegenüber Personen, die langwirksame Bronchodilatatoren benutzten. Das Ergebnis war statistisch signifikant. Einen Einfluss auf das Voranschreiten des Diabetes oder auf das Osteoporose-Risiko hatte die ICS-Therapie nicht.

Allerdings zeigte sich eine Dosis-Wirkungsbeziehung für alle drei untersuchten Faktoren. Inhalierten die Patienten täglich 500 Mikrogramm Cortison oder mehr, war ihr Risiko sowohl für Typ-2-Diabetes als auch für dessen Voranschreiten und für Osteoporose statistisch eindeutig erhöht, verglichen mit der Einnahme von weniger als 250 Mikrogramm pro Tag.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, die COPD-Therapie sorgfältig auszuwählen und inhalatives Cortison nur dann einzusetzen, wenn es laut Empfehlungen nötig ist, betonen die Forschenden. Und dann auch nur in möglichst geringen Dosen.

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