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Psychische Störungen

Mehr Krankenhausaufenthalte durch Cannabis

Cannabis gilt gemeinhin als relativ harmlose Droge. Eine Auswertung des Universitätsklinikums Ulm zeigt allerdings: In den vergangenen Jahrzehnten gab es in Deutschland einen erheblichen Anstieg von stationären Krankenhausaufenthalten aufgrund von Cannabis-induzierten psychischen Störungen.
Verena Schmidt
01.03.2022  12:00 Uhr

Für die Untersuchung hat das Forscherteam um Professor Dr. Maximilian Gahr und Professor Dr. Carlos Schönfeldt-Lecuona Behandlungsdaten zu Cannabis-assoziierten psychischen Störungen aus den Jahren 2000 bis 2018 analysiert. »In dieser Zeit stieg in Deutschland die relative jährliche Häufigkeit von stationären Fällen, die wegen einer Cannabinoid-induzierten psychischen Störung im Krankenhaus behandelt werden mussten, um den Faktor 4,8, das entspricht fast einer Verfünffachung«, so Gahr in einer Pressemitteilung. Im Vergleich dazu stiegen Aufenthalte in Kliniken aufgrund von Alkoholabhängigkeit oder Schizophrenie nicht an.

Aus Sicht der Mediziner gibt es verschiedene Gründe für den Anstieg. Zum einen die zunehmende Verfügbarkeit von Cannabis und zum anderen ein Anstieg der Prävalenz des Cannabinoidkonsums in der Allgemeinbevölkerung. »Wir sehen auch einen zunehmenden Konsum von synthetischem Cannabis und solchen Präparaten, die einen erhöhten THC-Gehalt haben«, sagt Schönfeldt-Lecuona.

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