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Trampolinspringen und Fußball

Mehr Kreuzbandverletzungen bei Kindern

Trampolinspringen und Fußball sind nicht ganz ungefährlich. Verletzungen betreffen oft das Kreuzband, wie die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) informiert. Das könne mittelfristig zu Arthrose führen.
PZ
29.08.2022  12:00 Uhr

»Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Kreuzbandverletzungen steigt unaufhaltsam. Das Krankheitsbild ist von einer seltenen Erkrankung zur regelrechten Epidemie geworden«, sagt Dr. Romain Seil, Codirektor des IOC Forschungszentrums für Verletzungsprävention in Luxemburg und außerordentlicher Professor für Orthopädische Chirurgie an der Universität des Saarlandes, in einer Mitteilung der GOTS. Betroffen seien vor allem Kinder ab neun Jahren.

Mehr als 90 Prozent dieser Verletzungen passierten im Sport, besonders häufig beim Fußball, Abfahrtski und beim Trampolinspringen in heimischen Gärten, informiert die GOTS weiter. Letzteres stelle eine besondere Gefahr dar: »Dabei fällt häufig ein Kind auf das andere oder es kommt nach der Landung falsch auf beziehungsweise fällt aus dem Trampolin heraus«, heißt es. Aus diesen Gründen werde diese Sportart von amerikanischen Pädiatriegesellschaften nicht empfohlen. Die Verletzungen seien gefährlich, da die Jüngsten wegen ihrer noch offenen Wachstumsfugen nicht wie Erwachsene operiert werden könnten.

Mangelnde Prävention von Kreuzbandverletzungen

Unter den 13- bis 15-Jährigen explodiere die Anzahl der Kreuzbandverletzungen dann noch einmal regelrecht. Die Kniegelenke seien dann bereits ausgewachsen, aber Muskulatur, Sehnen und Bänder noch nicht voll entwickelt. Gleichzeitig steige jedoch die Belastung, da viele Kinder in diesem Alter in (inter)nationale Wettbewerbe einsteigen würden. »Das gab es so vor 20 Jahren noch nicht und auch nicht so viele gerissene Kreuzbänder und kaputte Knie«, so Seil.

Die Kinder und Jugendlichen seien motorisch nicht gut geschult, es gebe fast nirgends ein Präventionstraining in diesem Alter, um den Verletzungen vorzubeugen. Dabei sei wissenschaftlich gesichert, dass man die Hälfte davon vermeiden könne, moniert der Mediziner.

Bei solch ernsten Knieverletzungen in jungen Jahren sei Hochleistungssport später in den meisten Fällen ausgeschlossen. Ob Leistungssport oder nicht: Mittelfristig drohe allen jungen Patienten eine Arthrose. »Das Knie ist dann schlagartig zehn bis 20 Jahre älter als der Patient selbst«, verdeutlicht Seil.

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