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Bei Entzündungen

Mehr Pflanzliches essen

Stille Entzündungen klingen nicht besonders bedrohlich, können sich aber unbemerkt zu ernsten Erkrankungen entwickeln. Eine zu hohe Energieaufnahme, viel Fast Food und Süßes befeuern entzündliche Prozesse im Körper. Wer seinen Speiseplan mit reichlich pflanzlichen Lebensmitteln bunt und abwechslungsreich gestaltet, kann aktiv vorbeugen.
Ulrike Becker
30.10.2020  13:30 Uhr

Meta-Inflammation, Silent- oder Low-Grad-Inflammation, subklinisch, kalt oder unterschwellig – für stille Entzündungen kursieren viele Bezeichnungen. Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen widmen entzündlichen Vorgängen im Körper in letzter Zeit besonders viel Aufmerksamkeit. Denn es hat sich gezeigt, dass vor allem ernährungs- und lebensstilabhängige Erkrankungen mit entzündlichen Prozessen einhergehen. Das Gute daran: Mit einer bewussten Ernährung und gezielter Lebensmittelauswahl, körperlicher Aktivität und dem Blick auf ein einigermaßen normales Körpergewicht, lassen sich diese Vorgänge ausbremsen.

Bei einer versteckten oder subklinischen Entzündung fehlen eindeutige Signale. Deshalb bleibt das entzündliche Geschehen oft lange unbemerkt, breitet sich im Körper aus und kann Erkrankungen auslösen oder Organe dauerhaft schädigen. Das Fatale: Diese Silent-Inflammations heilen nicht von alleine aus. Im Gegenteil, führen die angestoßenen komplexen Abläufe dazu, dass sich das Entzündungsgeschehen immer wieder selbst befeuert. Mögliche Kennzeichen einer stillen Entzündung sind recht unspezifische Symptome wie Müdigkeit, nachlassende Leitungsfähigkeit, Infektanfälligkeit oder hohe Insulinspiegel. Dennoch halten Mediziner sie heute für einen wesentlichen, ursächlichen Faktor in der Krankheitsentstehung, unter anderem für kardiovaskuläre Erkrankungen. Damit sich die entzündlichen Prozesse im Körper nicht verselbstständigen und dauerhafte Schäden verursachen, kommt der Prävention ein hoher Stellenwert zu.

Was passiert im Stoffwechsel?

Die Gründe für entzündliche Prozesse klingen zunächst eher banal und sind alt bekannt: Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an energiereichen, hoch verarbeiteten Lebensmitteln wie Fertiggerichten, Fast Food und Süßgetränken bedeutet auf Dauer Stress für den Körper. Dem Zuviel steht ein Zuwenig gegenüber: Zu viel Energie und zu viel tierische Lebensmittel gehen häufig einher mit einer zu geringen Aufnahme an günstigen Nahrungsbestandteilen über pflanzliche Lebensmittel. Das Ganze wird befördert durch den modernen Lebensstil mit Bewegungsmangel und einem stressigen Alltag. So kurbelt permanenter Stress die Cortisolproduktion an; auch starkes Übergewicht erhöht die Cortisolwerte. Während geringe Gaben Cortisol Entzündungen hemmen, vermuten Wissenschaftler, dass ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel bestimmte Immunfaktoren stimuliert und stille Entzündungen begünstigt. Experten schreiben der Belastung durch Umweltfaktoren und dem damit verbundenen Anstieg an vielfältigen Antigenen – wie Ausdünstungen aus Kopierern, Teppichen, dem Einsatz von Nahrungszusätzen, Medikamenten, Lösemittel oder Fremdmetall in den Zähnen – ebenfalls eine Rolle beim Anstieg entzündlicher Erkrankungen zu.

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