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Bei Entzündungen

Mehr Pflanzliches essen

Konkrete entzündungshemmende Effekte wiesen Wissenschaftler unter anderem bei Flavonoiden und Carotinoiden nach. Erstere geben Lebensmitteln wie Heidelbeeren, Brombeeren oder Kirschen ihre Farbe; zu Letzteren zählen Beta-Carotin, Lutein und Lykopin, die in gelben, roten und grünen Gemüsen und Früchten enthalten sind. Die Forschungen der letzten Jahre haben allerdings auch gezeigt, dass es nicht darum geht, bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe zu isolieren und in konzentrierter Form aufzunehmen. Einzelne hochkonzentrierte Stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sind aus diesem Grund nicht zu empfehlen. Vielmehr hat sich herausgestellt, dass ein komplexes Zusammenspiel aus zahlreichen bioaktiven Substanzen an den gesundheitsförderlichen Effekten beteiligt ist.

Auch Kräuter und Gewürze tragen zur Aufnahme an sekundären Pflanzenstoffen bei. So zeigt Gartenkresse beispielsweise ein hohes antioxidatives Potenzial. Bekannt und oft als entzündungshemmendes Nahrungsergänzungsmittel beworben wird das Gewürz Kurkuma beziehungsweise dessen Farbstoff Curcumin. In Tier- und Laborstudien konnten Forscher antioxidative und antientzündliche Effekte des Curcumins nachweisen. Sie beobachteten auch eine gewisse krebshemmende Wirkung bei Versuchen mit Mäusen. Allerdings lassen sich die Ergebnisse nicht einfach auf Menschen übertragen. Die aufgenommenen Mengen sind zudem eher gering, und auch die Bioverfügbarkeit hat sich als nicht besonders hoch erwiesen. Der regelmäßige Einsatz frischer Kräuter und Gewürze trägt in Summe aber möglicherweise zu günstigen Effekten bei und bietet auf jeden Fall vielseitige Geschmackserlebnisse.

Ballaststoffe und Fettsäuren

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist ebenfalls an entzündungshemmenden Effekten beteiligt. Darmbakterien bauen die unverdaulichen Nahrungsbestandteile ab und verwerten sie, wobei unter anderem die kurzkettige Fettsäure Butyrat entsteht. Wissenschaftler konnten direkte entzündungshemmende Effekte von Butyrat nachweisen. Ballaststoffe unterstützen zudem ein gesundes Darm-Mikrobiom.

Auch fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, milchsaures Gemüse oder Joghurt fördern die Besiedelung mit physiologisch wertvollen Darmbakterien. Auf diesem Weg unterstützen sie antientzündliche Effekte im Darm, die sich über das darmassoziierte Immunsystem auf den ganzen Stoffwechsel auswirken können. Omega-3-Fettsäuren zählen ebenfalls zu den Nahrungsinhaltsstoffen, die Entzündungsprozesse bremsen können. Sie fördern die Bildung entzündungshemmender Botenstoffe (Eicosanoide) und sind in pflanzlichen Ölen wie Lein-, Walnuss- und Rapsöl sowie fettreichen Meeresfischen enthalten.

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