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Energie

Mehr Power im Alltag

Viele Menschen haben angesichts hoher beruflicher Anforderungen und privater Verpflichtungen das Gefühl, dass ihre Energie zur Bewältigung aller Aufgaben nicht ausreicht. Mit der richtigen Vorgehensweise und einigen einfachen Maßnahmen lassen sich derartige Erschöpfungszustände aber vermeiden und neue Energie tanken.
Andreas Nagel
11.04.2019
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Unter der Lebensenergie versteht man die verfügbare geistige und körperliche Kraft, die zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen und zur Bewältigung der täglichen Aufgaben zur Verfügung steht. So wie ein Auto Kraftstoff zur Fortbewegung benötigt, braucht jeder Mensch Energie, um aktiv zu werden. Bei einem Auto achtet der Fahrer stets darauf, dass genügend Benzin im Tank ist. Für Notfälle wird oft sogar ein Reservekanister mitgeführt – denn das schnellste Auto und die schönsten Reisepläne sind nutzlos, wenn kein oder falsches Benzin im Tank ist. Wenn die Tankanzeige auf Reserve zeigt, steuert der Fahrer eine Tankstelle an und füllt den Tank wieder auf. Jedem Autofahrer ist auch klar, dass bei längeren Vollgasfahrten mehr Benzin verbraucht wird als bei geringerem Tempo.

Mit unserer Lebensenergie gehen wir oft nicht so bewusst um wie mit dem Kraftstoff unseres Autos. Viele Menschen geben im Alltag Vollgas, vergessen aber, ihre Energietanks regelmäßig aufzufüllen. Schließlich sind sie überrascht, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen »liegenbleiben«. Körperliche Warnsignale werden meist nicht wahrgenommen oder übergangen. Typische körperliche und psychische Warnlampen sind etwa ständige Müdigkeit, Konzentrationsprobleme sowie Kopf-, Magen - oder Rückenschmerzen.

Wer sich häufig kraftlos und erschöpft fühlt oder manchmal schon tagsüber so müde ist, dass er sich nur schwer für weitere Aufgaben motivieren kann, sollte zunächst den Hausarzt aufsuchen und einen Bluttest machen lassen. Im Rahmen eines Blutbilds kann er unter anderem klären, ob etwa Vitamine, Mineralien, Eiweiß und Hormone in ausreichendem Umfang vorhanden sind. Eine Unterversorgung in diesen Bereichen kann bereits Ursache eines Energiemangels sein.

Die meisten Menschen haben schon erlebt, dass sie nach einem ausgiebigen Essen müde und träge werden, weil ihr Körper nach dem Essen vorrangig mit der Verarbeitung der Nahrung beschäftigt ist. Menge und Qualität der aufgenommenen Nahrung wirken sich unmittelbar auf unser Energieniveau aus. Energielosigkeit ist oft also auch ein Zeichen falscher Ernährung. Im Alltag sollte man daher auf eine energiespendende Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen, Eiweiß, Vollkornprodukten und Salat achten. Fett, Zucker, Fertigprodukte und Fast Food sollten möglichst selten auf dem Speiseplan stehen. Damit alle Prozesse im Körper reibungslos ablaufen, braucht dieser außerdem ausreichend Flüssigkeit. Wer sich angewöhnt, mehrmals am Tag ein großes Glas Wasser zu trinken, hat etwas Gutes für seinen Energiehaushalt getan.

Körperliche Bewegung verbessert die Durchblutung und die Sauerstoffzufuhr im gesamten Körper. Ein zügiger Spaziergang macht meist schneller wieder munter als eine weitere Tasse Kaffee. Insbesondere für Menschen, die sich für das Joggen nicht begeistern können, ist der zügige Spaziergang eine geeignete Alternative. Manchmal genügt es auch schon, zwischendurch einmal aufzustehen, die Beine und Arme auszuschütteln, sich zu dehnen und auf den Zehenspitzen zu wippen oder in der Mittagspause eine kleine Runde um den Block zu gehen. Der Sauerstoff belebt den Organismus und gibt ihm neuen Schwung.

Bewusstes Atmen verbessert ebenfalls die Sauerstoffversorgung und damit die Leistungsfähigkeit des Körpers. Ist der Körper schlecht mit Sauerstoff versorgt, sind Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt. Mit dem richtigen Training kann man kontrollieren, die Atmung bewusst zu steuern. Bewusst atmen bedeutet, die automatische und eher flache Brustatmung durch eine tiefe Bauchatmung zu ersetzen, um den Körper dadurch vermehrt mit Sauerstoff zu versorgen. Atmen Sie zunächst durch die Nase tief aus. Atmen Sie dann tief ein und achten Sie darauf, wie sich der Bauch hebt und beim anschließenden Ausatmen wieder senkt.

Erholsamer Schlaf

Guter Schlaf ist eine wichtige Energiequelle: »Der Schlaf ist für den Köper das, was für eine Uhr das Aufziehen ist«. Der persönliche Schlafbedarf ist bei Erwachsenen individuell verschieden. Für die meisten Menschen liegt der Bedarf bei sechs bis neun Stunden pro Nacht.

Im Gegensatz zu vielen Mittelmeerländern ist der zusätzliche Mittagsschlaf hierzulande kein selbstverständlicher Teil des Tagesablaufs. Doch viele Menschen erleben etwa sieben Stunden nach dem Aufstehen ein deutliches Leistungstief. Wer sich dann eine »Siesta« gönnt, erwacht in der Regel frisch, ausgeruht und leistungsfähig. Ein Kurzschlaf von 15 bis 20 Minuten baut mehr Energie auf als ein starker Kaffee.

Sie können sich auch angewöhnen, immer kurz die Augen zu schließen, wenn Ihnen danach zumute ist und die Situation es zulässt. Auf diese Weise muss der Körper kurzzeitig keine optischen Eindrücke zu verarbeiten und kann diese Zeit zur Regeneration nutzen. Das geht zum Beispiel im Zug, im Bus oder bei Wartezeiten. So können Sie Ihre Kräfte immer wieder in kleinen Schritten erneuern.

Positive Erlebnisse und Emotionen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für unser Energieniveau, denn sie schenken neue Kraft. Deshalb ist es wichtig, auch im Alltag immer wieder Glücksgefühle zu erleben. Sie können sich beispielsweise vornehmen, jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, oder Sie planen wieder einmal einen Theaterbesuch oder ein Essen mit Freunden. Allein die Vorfreude schenkt ein Stück neue Lebenskraft. Tun Sie sich auf diese Weise regelmäßig etwas Gutes, um Ihre Energiespeicher aufzufüllen. Vielleicht können Sie in Ihrer Wohnung auch einen Entspannungs- und Wohlfühlplatz einrichten, an den Sie sich täglich kurz zurückziehen, um bei entspannender Musik und in angenehmer Atmosphäre wieder aufzutanken. Viele Menschen nutzen dazu auch Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training.

Manche Mitmenschen kosten uns durch ihr Verhalten viel gedankliche Energie. So wie es fröhliche Menschen schaffen, uns mit ihrer Fröhlichkeit anzustecken, können uns negative Menschen mit ihrer schlechten Laune an stecken. Meiden oder minimieren Sie den Kontakt zu diesen Energieräubern soweit wie möglich. Oft rauben wir uns aber auch selbst Energie, indem wir uns selbst durch Perfektionismus oder übertriebenen Ehrgeiz unter hohen Leistungsdruck setzen. Überforderung kann übrigens auch entstehen, wenn man sich einer permanenten Reizüberflutung durch Fernsehen, Internet, Handy und Soziale Medien aussetzt.

Bilanz ziehen

Erstellen Sie eine persönliche Energiebilanz, aus der Ihre individuellen Energieräuber und Energiespender auf einen Blick ersichtlich sind. Nehmen Sie dazu ein DIN-A4-Blatt und teilen Sie es in der Mitte durch einen senkrechten Strich. Auf der linken Seite listen Sie Ihre persönlichen Energieräuber auf, auf der rechten Ihre Energiespender. Sollte Ihnen wieder einmal die Energie ausgehen, schauen Sie auf Ihre Energiebilanz und greifen Sie zu dem Energiespender, der Ihnen in diesem Moment zusagt.

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