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Meidung von Resistenzen

Mehr Sorgfalt bei Antibiotika erforderlich

Antibiotika müssen zur Meidung der Entstehung weiterer Resistenzen bewusst eingesetzt werden. Der Landesapothekerverband (LAV) Baden-Württemberg weist in einer Pressemitteilung deshalb darauf hin, dass Antibiotika wirklich nur auf ärztliche Verordnung und gemäß ärztlicher Anweisung eingenommen werden dürfen.
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14.12.2020  14:30 Uhr

»Wir haben es hier mit einem Arzneimittel zu tun, das nicht in die Selbstmedikation gehört. Wenn Antibiotika-Tabletten nach einer Behandlung übrig bleiben, dürfen diese nicht aufgehoben oder gar einem weiteren Familienmitglied bei einer anderen Erkrankung gegeben werden«, warnt LAV-Vorstandsmitglied Friederike Habighorst-Klemm.

Verordnete Antibiotika, so die Pharmazeutin, dürften zudem nicht eigenmächtig abgesetzt werden, wenn die Krankheitssymptome schwächer werden. Dies dürfe nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt geschehen. 

Entstehung von Resistenzen

Antibiotika-Resistenzen haben vielfältige Ursachen. »Die Erkenntnis ist nicht neu, dass diese vermeintliche Allzweck-Waffe über sehr lange Zeit allzu großzügig in der Tierzucht und in den Ställen eingesetzt wurde. Dort wurden nicht nur kranke Tiere behandelt, sondern Antibiotika auch vorbeugend eingesetzt.«

Auch in der Therapie viral bedingter Durchfall- oder Erkältungskrankheiten seien Antibiotika häufig völlig unüberlegt zum Einsatz gekommen. »Sie wurden bei Krankheiten eingesetzt, wo es nicht nötig war, weil sie gar nicht wirken konnten. Man kann sich einfach merken: Antibiotika wirken gegen Bakterien, aber nicht gegen Viren.«

Nicht mehr wegzudenken

Die Entdeckung der Antibiotika gilt noch immer als Meilenstein der Medizingeschichte. Sie brachten Therapieerfolge bei schwerwiegenden bakteriellen Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Typhus, Tuberkulose oder auch Wundbrand, die vorher oft tödlich verliefen.

»Seit der Entdeckung von Penicillin, das aus einem Schimmelpilz gewonnen wurde, sind Antibiotika aus der medizinischen Versorgung nicht mehr wegzudenken«, so der LAV. Doch: »Es gibt immer mehr Antibiotikaresistenzen. Das bedeutet, dass diese nicht mehr wirken«. In Europa sterben jährlich rund 33.000 Menschen wegen multiresistenter Keime, die sich mit keinem Antibiotikum mehr behandeln lassen, warnen die baden-württembergischen Apotheker.

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