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Blutdruck

Messen im Mai

Ein zu hoher Blutdruck ist Risikofaktor Nummer 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rund 10 Millionen Menschen sterben jährlich an den direkten und indirekten Folgen der Hypertonie. Aber nur etwa die Hälfte aller Betroffenen weiß überhaupt, dass ihr Blutdruck zu hoch ist. Im Mess-Monat Mai sollen daher besonders viele Menschen dazu bewegt werden, den Blutdruck kontrollieren zu lassen.
Verena Arzbach
25.04.2019
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Die International Society of Hypertension (ISH) hat schon seit einigen Jahren den Monat Mai zum May Measurement Month erklärt. Weltweit sind unter anderem Apotheken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen dazu aufgerufen, kostenlose Blutdruckmess-Aktionen durchzuführen. Der 17. Mai ist außerdem der internationale Welt-Hypertonie-Tag.

Und so wird der Blutdruck richtig gemessen: Eine halbe Stunde vor der Messung sollte der Patient möglichst keinen Kaffee trinken, nicht rauchen und keinen Sport treiben. Auch starker Harndrang kann die Blutdruckwerte beeinflussen, der Patient sollte also vor der Messung zur Toilette gehen. Direkt vor dem Messen sollte der Patient etwa fünf Minuten Pause einhalten, in der er entspannt und angelehnt auf einem Stuhl oder Sessel sitzt.

Auf Herzhöhe

Während der Messung sollte er die Beine nicht übereinanderschlagen. Der Arm sollte entspannt so liegen, dass sich die Manschette auf Herzhöhe befindet. Diese darf weder zu fest noch zu locker um den Oberarm gelegt werden und sollte beim Anlegen luftleer sein. Der untere Rand sollte zwei Fingerbreit oberhalb der Ellenbeuge sein. Bei einem Handgelenkgerät soll der Patient die Hand entspannt auf Herzhöhe halten, wobei das Handgelenk nicht abknicken sollte. Der Patient sollte sich während der Messung nicht bewegen und nicht sprechen. Das Messgerät soll TÜV-geprüft sein beziehungsweise noch besser ein Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga tragen.

Wird dem Patient zum ersten Mal der Blutdruck in der Apotheke gemessen, sollten PTA oder Apotheker an beiden Armen messen, danach wird auf der Seite mit den höheren Werten weiter gemessen. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt, zweimal im Abstand von einer Minute zu messen. Die Pause zwischen den Messungen ist wichtig, damit sich die aufgestauten Venen entspannen. Die gemessenen Werte sowie die Zeiten von Messung und Medikamenteneinnahme werden dokumentiert.

Bevor die Patienten ihren Blutdruck in der Apotheke oder der Arztpraxis bestimmen lassen, sollten sie für etwa fünf bis sieben Tage morgens und abends vor Einnahme ihrer Medikamente selbst zu Hause messen. Diese Eigenmesswerte liegen in der Regel etwa 5 bis 7 mmHg niedriger als die Werte, die in der Apotheke oder Praxis erfasst werden.

Zu hohe Werte

Und wann ist der Blutdruck zu hoch? Laut der 2018 aktualisierten europäischen ESC/ESH-Leitlinie besteht eine arterielle Hypertonie bei Werten ab 140/90 mmHg. Dann sind blutdrucksenkende Arzneimittel indiziert. Bei Werten von 130 bis 139/85 bis 89 kann der Arzt eine medikamentöse Therapie bei hohem kardiovaskulären Risiko beginnen.

Patienten, die bereits mit Antihypertensiva behandelt werden, sollten bei der Messung in der Apotheke Werte unter 140/90 erreichen, besser unter 130/80 mmHg. Bei Patienten unter 65 Jahre wird ein systolischer Wert von 120 bis 129 mmHg angestrebt; bei Älteren und Nierenkranken 130 bis 139 mmHg. Unter 120 mmHg soll der systolische Wert nicht abfallen.

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