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Mechanismus aufgedeckt

Milchsäure für Rückfälle bei Leukämie verantwortlich

Forscher der Medizinischen Universität Graz haben gemeinsam mit internationalen Kollegen den grundlegenden Mechanismus aufgeklärt, der möglicherweis für das Wiederauftreten der Leukämie nach erfolgter Stammzelltransplantation verantwortlich sein könnte. Eine wichtige Rolle spielt dabei womöglich Milchsäure, welche die Tumorzellen bilden. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachjournal »Science Translational Medicine«.
Michelle Haß
26.11.2020  12:30 Uhr

In ihren Untersuchungen ging das Team unter der Leitung von Professor Dr. Robert Zeiser, Universität Freiburg, der Frage nach, welche Stoffwechselvorgänge im Körper für einen Rückfall bei akuter myeloischer Leukämie (AML) verantwortlich sind. »Unser gemeinsames Ziel war es, herauszufinden, ob Leukämiezellen durch Veränderungen im Zellstoffwechsel gezielt T-Zellen beeinflussen und dadurch deren therapeutische Wirkung hemmen«, beschreibt Tobias Madl vom Gottfried Schatz Forschungszentrum der Universität Graz in einer Pressemitteilung.

Dabei untersuchten die Wissenschaftler Patienten mit AML, die nach einer Stammzelltransplantation einen Rückfall erlitten hatten. Sie beobachteten, dass Milchsäure, die von Leukämiezellen produziert wurde, spezifisch in die Aktivität der T-Zellen eingreift und deren therapeutische Wirkung stört. »Diese Entdeckung war für uns faszinierend und unerwartet zugleich«, so Madl. Die schädliche Wirkung der Milchsäure konnte außerdem durch die Gabe von Natriumbicarbonat überwunden werden, was die Funktion der T-Zellen sowohl im Mausmodell als auch bei Patient deutlich verbesserte. 

Die akute myeloische Leukämie ist eine bestimmte Form von Blutkrebs, die bei Erwachsenen höheren Alters vorkommt und durch eine Störung der Blutbildung im Knochenmark verursacht wird. Die AML entwickelt sich recht plötzlich und schreitet im Krankheitsverlauf schnell voran. Für Betroffene bietet die hämatopoetische Stammzelltransplantation eine Chance, die Krebserkrankung zu heilen. Jedoch ist ein Rückfall die Haupttodesursache nach der Transplantation. Daher werden neue Strategien zur Verbesserung der Wirkungsweise dieser Therapie dringend benötigt.

Eine aus den Ergebnissen abgeleitete neue medikamentöse Therapie soll nun in einer umfangreichen klinischen Studie genauer untersucht werden. »Die therapeutische Behandlung mit Natriumbicarbonat ist wenig toxisch und wird im Rahmen einer umfangreichen klinischen Studie nun genauer untersucht«, blickt Madl in die Zukunft.

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