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Warum Lachen hilft

Mit Humor durch die Corona-Krise

Humor darf viel – aber nicht alles

Humor darf viel – aber nicht alles

In Zeiten von Isolation und Kontaktbeschränkungen sei das besonders wichtig. «Sozialer Humor ist positiv und schafft Nähe zwischen Menschen.» In einem sind sich beide Expertinnen einig: Humor in der Corona-Krise darf viel, aber nicht alles. «In der Regel ist es gesellschaftlich schwierig, wenn sich Witze etablieren, die permanent zu Lasten einer bestimmten Gruppe gehen», sagt Scheel.

Zu Beginn der Corona-Krise verbreiteten sich online beispielsweise lustige Fotos mit der Aufschrift «Oma, gib mir deine Handtasche, sonst huste ich dich an» oder «Das Coronavirus ist wie die Pasta. Die Chinesen haben sie erfunden und die Italiener haben sie verbreitet». Außerdem bezeichnet Ullmann Witze als gefährlich, die Lügen verstärken. «Wenn sich Humor auf Falschinformationen draufsetzt, ist das nicht produktiv für die Bewältigung einer Krise», sagt die Humorexpertin. In einer Zeit, in der ohnehin viele Falschnachrichten kursierten, sollten solche Witze nicht verbreitet werden.

Diese Ansicht teilt auch Peter Wittkamp, einer der Hauptautoren der ZDF-Satire-Sendung «heute-show». In «Übermedien», einem Onlinemagazin für Medienkritik, schrieb Wittkamp: «Trage, auch wenn es nur Scherze sind, nicht zu Panik, Lügen oder Resignation bei» und «Keine Scherze über erkrankte Menschen oder das Leid der anderen».

Fest steht: Humor ist immer individuell und abhängig von persönlichen Umständen. «Generell gehen wir humorvoll durch die Krise», sagt Scheel. Aber es gebe ja auch Menschen, die mit Kindern in Quarantäne seien oder im Krankenhaus auf der Intensivstation lägen. «Denen ist wahrscheinlich nicht zum Lachen zumute.»

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