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Auslandsreisen

Mit Reiseimpfungen sicher unterwegs

Hepatitis A

Neben der Hepatitis-B-Impfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI zu den Standardimpfungen gezählt wird, ist bei Einreise in einige Länder auch eine Immunisierung gegen Hepatitis A sinnvoll. Bei hoher Krankheitsprävalenz im Zielland sollte sie unabhängig von Reisedauer und Reisestil durchgeführt werden. Aktuelle Fälle von Hepatitis A haben beispielsweise dazu geführt, dass auch die USA zu den Ländern zählt, für die das CMR eine vorherige Immunisierung empfiehlt. Das Virus ist in süd- und osteuropäischen Ländern, Afrika, Asien, sowie Süd- und Mittelamerika weit verbreitet.

Urlauber stecken sich meist über kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel wie Gemüse oder Salat an (Schmierinfektion). Eine Infektion führt in circa 70 Prozent der Fälle zu einer Gelbsucht, die durch eine nicht-chronische Entzündung der Leber verursacht wird. Schützen können sich Urlauber durch die monovalenten Vakzine Havrix® 1440, Avaxim oder Vaqta®. Hier sind zwei Immunisierungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten nötig. Da Hepatitis A eine mehrwöchige Inkubationszeit hat, ist eine erste (monovalente) Last-Minute-Impfung auf dem Weg zum Flughafen noch möglich, um nach einer potentiellen Ansteckung den Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Die zweite Immunisierung nach sechs Monaten sollte aber dennoch unbedingt durchgeführt werden, um einen Langzeitschutz zu erreichen.

Wem der Schutz vor Hepatitis B fehlt, kann auch einen Kombinationsimpfstoff erhalten (Twinrix®, Ambirix®). In diesem Fall sind drei Impfungen mit Abstand von einem und sechs Monaten nötig. Eine weitere Kombinationsmöglichkeit bietet der Impfstoff Viatim®. Dieses Vakzin schützt nach zwei Impfdosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten neben Hepatitis A auch vor einer Typhus-Infektion.

Typhus

Typhus und Paratyphus werden durch die bakteriellen Erreger Salmonella Typhi und Salmonella Paratyphi verursacht. Auch hier erfolgt die Ansteckung meist über eine Schmierinfektion und führt nach Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl in der zweiten und dritten Krankheitswoche zu den typischen erbsbreiartigen Durchfällen. Unbehandelt ist bei Typhus ein lebensbedrohlicher Verlauf möglich, es kann unter anderem zu Darmblutungen, Darmperforation oder Thrombosen kommen. Eine Infektion mit Paratyphus verläuft meist milder. Die Bakterien kommen zwar weltweit vor, sind jedoch heute überwiegend in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu finden. Das RKI empfiehlt, dass sich Reisende, die sich in Endemiegebieten und unter schlechten hygienischen Bedingungen aufhalten, mit einer Impfung vor der Infektion schützen sollen.

Neben dem genannten Kombinationsimpfstoff gibt es noch den Polysaccharid-Impfstoff Typhim Vi® und den oralen, abgeschwächten Lebendimpfstoff Typhoral® L. Bei Typhim Vi reicht eine einmalige Injektion aus, die Kapseln des Lebendimpfstoffes müssen an den Tagen eins, drei und fünf geschluckt werden. Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme einer Malaria­Prophylaxe oder von Antibiotika: Die lebenden Erreger der Schluckimpfung können durch die Arzneimittel wirkungslos werden.

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