PTA-Forum online
Wenn die Spucke wegbleibt

Mittel gegen Mundtrockenheit

Vor allem im Alter

Der häufigste Grund für Xerostomie ist schlicht und einfach ein fortgeschrittenes Alter. Denn die Produktion von Speichel nimmt natürlicherweise mit den Lebensjahren ab. Zunächst unbemerkt, werden die Beschwerden und Einschränkungen mit der Zeit immer deutlicher. Fachleute gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der in Heimen lebenden älteren Personen betroffen ist.

Als Folge einer Erkrankung tritt Mundtrockenheit im Rahmen des Sjögren-Syndroms auf. Diese Autoimmunkrankheit richtet sich gegen die Zellen der Speichel- und der Tränendrüsen. Daraus resultiert extreme Trockenheit des Mundes und der Augen. Auch die Schleimhäute von Nase, Kehlkopf, Bronchien und Scheide können betroffen sein.

Bei Krebserkrankungen im Mund, Kiefer und Rachenraum muss in der Regel operiert und/oder strahlentherapeutisch behandelt werden. Wenn dabei Speicheldrüsen entfernt oder durch die Strahlung dauerhaft geschädigt wurden, hat dies eine lebenslange Mundtrockenheit zur Folge.

Nicht zuletzt kann auch eine Pharmakotherapie zu einem trockenen Mund führen. Wenn ein Kunde in der Apotheke über einen trockenen Mund klagt, sollten PTA und Apotheker daher unbedingt fragen, ob und welche Medikamente er einnimmt. Mundtrockenheit ist relativ häufig eine unerwünschte Wirkung zum Beispiel von Antidepressiva, Benzodiazepinen, Neuroleptika, Antihistaminika der ersten Generation, Anticholinergika, Beta-2-Sympathomimetika sowie von einigen Krebsmedikamenten.

Besser keine sauren Drops

Die Behandlung der Xerostomie richtet sich nach deren Ursache. Wenn die ungenügende Speichelproduktion durch einen Arzneistoff verursacht wird, sollte nach Möglichkeit auf ein alternatives Medikament ohne diese Nebenwirkung umgestellt werden. Liegt ein Sjögren-Syndrom vor, besteht die Therapie meist in der Gabe von Corticoiden oder Biologika. Angewendet wird auch das direkte Parasympathomimetikum Pilocarpin (Salagen®), das unter anderem die Speichel- und Tränenproduktion stimuliert. Das Medikament ist auch zugelassen, um die Mundtrockenheit zu behandeln, die nach einer Strahlentherapie von Krebserkrankungen im Bereich des Kopfes und des Halses auftritt.

Bei altersbedingter Speichelreduktion stehen einfache Maßnahmen an erster Stelle. Sie haben zwar einzeln nur einen geringen Effekt, können aber zusammen die Beschwerden meist gut lindern und die Folgen verhindern. Es fängt damit an, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag verteilt zu achten. Ein trockenes Raumklima lässt sich durch regelmäßiges Lüften und einen Raumbefeuchter verbessern.

Menschen mit Mundtrockenheit hören oft den Rat, saure Bonbons oder gefrorene Orangen- oder Zitronenscheiben zu lutschen. Zahnärzte sehen das kritisch, da ein saures Milieu im Mund ein erhöhtes Risiko für die Demineralisation des Zahnschmelzes darstellt. Jedenfalls sollten Betroffene das Lutschen saurer Drops nicht übertreiben. Bei gereizten Schleimhäuten kann der Verzehr von saurem Obst im Übrigen auch schmerzhaft sein.

Sehr hilfreich ist zuckerfreies Kaugummi. Das Kauen erzeugt einen Reiz, der die Speichelproduktion anregt. Um Folgeschäden an den Zähnen zu verhindern, sollten die Patienten sich um eine sehr gute Zahnpflege bemühen. Dies beugt zudem unangenehmen Mundgeruch und Infektionen in der Mundhöhle vor. Die regelmäßige Kontrolle der Zähne durch den Zahnarzt ist bei Menschen mit Mundtrockenheit besonders wichtig.

Mehr von Avoxa