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Postinfarkt-Therapie

Musik gegen Herzinfarkt

Eine halbe Stunde täglich entspannende Musik zu hören, reicht aus, um Angstzustände, Schmerzen und nachfolgende Herzprobleme bei Postinfarkt-Patienten zu reduzieren. Das zeigten Forscher um Professor Dr. Predrag Mitrovic von der Universität Belgrad.
Elke Wolf
14.07.2020  09:30 Uhr

Dazu teilten die Wissenschaftler 350 Infarktpatienten, bei denen früh nach ihrem Infarkt Angina pectoris diagnostiziert wurde, randomisiert in zwei Gruppen. Die eine Hälfte erhielt die Standardtherapie bestehend aus Gerinnungshemmern, Antihypertonika und Co., die andere Hälfte zusätzlich zur Standardbehandlung regelmäßige Sitzungen mit Musik. Für die optimale Musiktherapie wurde zuvor eingehend getestet, welche Art von Musik beruhigend auf den jeweiligen Patienten wirkt. Die individuelle Musik sollten die Teilnehmer über sieben Jahre täglich eine halbe Stunde lang hören.

Sieben Jahre später zeigte sich, dass die Musiktherapie plus Standardbehandlung wirksamer Angstzustände und Brustschmerzen reduzieren konnte als die medikamentöse Behandlung allein. Die Musikgruppe hatte im Schnitt um ein Drittel weniger Angstgefühle und berichtete über ein Viertel weniger Angina-pectoris-Symptome. Die Raten für Herzerkrankungen waren in der Musikgruppe signifikant verringert: Um 18 % für Herzinsuffizienz, um 23 % für einen weiteren Herzinfarkt, um 20 % für koronare Bypassoperationen und um 16 % für plötzlichen Herztod.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Musik dazu beiträgt, die Aktivität des sympathischen Nervensystems herunter zu regulieren, heißt es in der Pressemitteilung der Amerikanischen Fachgesellschaft für Kardiologie.

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