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Verspannung, Steifheit, Schmerzen

Muskelprobleme durch Arzneimittel

Schäden meist reversibel

Grundsätzlich sollten Patienten, die ein neues Medikament einnehmen und ungewohnte muskuläre Beschwerden beobachten, immer mit dem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten. »Insbesondere symmetrische Muskelschmerzen, Kraftlosigkeit mit Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten, die sich als reduzierte Gehstrecke, erschwertes Treppensteigen oder Mühe beim Heben und Tragen äußern, Krämpfe, Verspannungen und Steifheit können auf muskuläre Nebenwirkungen hindeuten«, erklärt Knorr. Überbetonen sollte das Apothekenteam muskuläre Nebenwirkungen aber auch nicht. »Es besteht vermutlich auch ein gewisser Nocebo-Effekt«, erzählt Knorr. »Wenn Patienten wissen, dass Statine Muskelschmerzen auslösen können, geben sie diese auch häufiger an.«

Um muskuläre Störungen zu bestätigen, führt der Arzt Untersuchungen durch, zu denen ein Elektromyogramm oder eine Muskelbiopsie zählen können. Auch die Analyse von Kalium, Phosphat und Kreatinphosphokinase im Blut gibt Anhaltspunkte. Die gute Nachricht ist, dass sich die meisten medikamentös bedingten Muskelschäden zurückbilden, wenn der Patient das Mittel absetzt.

Eine Liste mit Arzneimitteln, für die potenzielle muskuläre Nebenwirkungen zu beachten sind, aktualisiert Knorr regelmäßig als Tabelle 2, Zusatzmaterial zu seinem Artikel »Nebenwirkungen von Medikamenten an Muskel, Gelenk und Nerv – Drei Fallberichte« (DOI: 10.1055/s-0042-112278). /

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