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Spurensuche

Muskelschmerzen durch Statine?

Patienten, die Statine einnehmen, um ihren Cholesterinspiegel im Blut zu senken, klagen häufig über Muskelbeschwerden. Warum diese auftreten, ist bislang ungeklärt. Pharmazeutinnen der Universität des Saarlandes sind dem Urheber auf der Spur.  
Elke Wolf
23.03.2020  16:00 Uhr

Pharmazeutinnen der Universität des Saarlandes haben einen möglichen ursächlichen Zusammenhang gefunden: Statine führen ihren Ergebnissen zufolge dazu, dass der Körper vermehrt ein Protein namens Gilz (Glucocorticoid-induzierter Leuzin Zipper) produziert, das die Muskelzellen beeinträchtigt, teilt die Universität mit.

»Eigentlich ist die Hauptfunktion von Gilz im Körper, Entzündungsprozesse zu unterdrücken«, erklärt Studienleiterin Professor Dr. Alexandra Kiemer. Statine schützen vor Herzinfarkten einerseits, indem sie den Cholesterinspiegel senken, andererseits aber auch, indem sie Gefäßentzündungen verringern. »Daher vermuteten wir einen Zusammenhang zwischen Statinen und Gilz.« Auf diesen Anfangsverdacht hin analysierten die Forscherinnen zunächst weltweit verfügbare Forschungsdatenbanken: Nachdem sich der Verdacht bestätigt hatte, dass Statine Gilz beeinflussen, bestätigten sie ihre Vermutungen an lebenden Zellen.

»Statine bewirken, dass Gilz in den Zellen vermehrt gebildet wird. Das führt dazu, dass die Myozyten eher absterben. Zusätzlich wird die Bildung neuer Muskelfasern gehemmt«, erklärt Kiemer. Schalteten die Wissenschaftlerinnen das Gilz-Protein in Zellkulturen genetisch ab, gab es die Schäden bei Statin-Therapie praktisch nicht.

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