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Kraftverlust

Muskelschwund nicht nur im Alter

Bei der Diagnose ist es wichtig, dass der Mediziner nicht nur die Diagnose Muskelschwund stellt, sondern auch nach der Ursache sucht. Neben einer körperlichen Untersuchung und Blutuntersuchung sowie einer Familienanamnese sind dazu auch Fragen nach der Lebensweise und der Medikamenteneinnahme erforderlich. Die betroffenen Körperteile misst der Arzt im Umfang und fotografiert gegebenenfalls auch die aktuelle Situation. Zu den weiteren möglichen Untersuchungen gehören bildgebende Verfahren wie die Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographie (CT), die Elektromyographie, eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sowie die Ultraschalluntersuchung von Muskeln und Nerven. In bestimmten Fällen verhilft nur die Entnahme von Gewebeproben von Muskeln oder Nerven zur endgültigen Diagnose.

Den Lebensstil ändern

»Liegen toxische Ursachen vor, ist es wichtig, die Exposition zu vermeiden«, sagt der Experte. »Grundkrankheiten sollten adäquat behandelt werden.« Diabetiker beispielsweise sollten medikamentös gut eingestellt sein. Ist ein Arzneimittel schuld am Muskelverlust, sollte die PTA Patienten ermahnen, es nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. »In der Regel kann der Arzt etwa im Falle von Statinen eine Alternative finden«, so Wenninger. Bei durch Alkohol ausgelösten Formen ist eine Abstinenz empfehlenswert, die Neuropathie kann sich dann in frühen Fällen sogar wieder komplett zurückbilden oder sich zumindest nicht weiter verschlechtern.

Viele Formen nicht heilbar

Ursächlich behandeln lassen sich die meisten Formen der erblichen neuromuskulären Erkrankungen nicht. Ein dadurch bedingter Muskelschwund lässt sich deshalb weder rückgängig machen noch heilen. »Wir können nur versuchen, die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten zu verlangsamen«, sagt Wenninger. Dafür sind durchblutungsfördernde Bewegungstrainings, etwa Schwimmen im warmen Wasser oder ein gezieltes Krafttraining sowie Physiotherapie Mittel der Wahl. Letztere hilft vor allem, Folgeschäden zu vermeiden. Ziele der Behandlung sind, verbliebene Muskelfunktionen zu verbessern, die Geh- und Stehfunktion zu erhalten, Schmerzen zu lindern und Gelenk- und Muskelversteifungen sowie Fehlhaltungen zu vermeiden beziehungsweise zu verringern. Erleichterung verschaffen kann in bestimmten Fällen auch eine Elektrostimulation der betroffenen Muskulatur in Form eines EMS-Trainings. Eine weitere, oft sinnvolle Maßnahme ist die Ergotherapie, einige Patienten erzielen auch mit der Osteopathie oder manuellen Therapien Erfolge. Je nach persönlichem Leidensdruck kann eine Psychotherapie erforderlich sein, um mit der Krankheit umzugehen.

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