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Auszeiten nehmen

Mut für Denkpausen

Wie gewinnt man innere Ruhe, wenn der Alltag immer wieder übervoll an einem zerrt, sodass noch nicht einmal Zeit bleibt, regelmäßig etwas zu trinken und zu essen? Der Bundesverband PTA (BVpta) gibt Tipps.
Bettina Schwarz
11.05.2022  09:00 Uhr

Im Alltag bleiben Auszeiten nicht selten auf der Strecke. »Heute habe ich gar nichts getrunken«, höre ich manchmal in Gesprächen mit PTA, weil keine Zeit blieb und über die vielen Aufgaben den gesamten Tag über das Trinken mitunter auch vergessen wird, so die Bundesvorsitzende des BVpta, Carmen Steves. In Stresssituationen baut sich eine innere Spannung auf, die sich häufig auch an Wochenenden nicht mehr auflöst. Da hilft auch die Smartwatch nicht viel, die die Menschen immerhin unermüdlich und pünktlich an das Atmen oder Bewegen erinnert.

Wie oft werden Vorgänge aus dem Apothekenalltag gedanklich mit nach Hause genommen. Das Gehirn »läuft«. Es hört von selbst nicht auf zu arbeiten, denn es ist darauf »programmiert« neugierig zu sein, wie die Vorgänge im Leben des Menschen weitergehen. Bleibt also bewusst keine Zeit für Ruhe und Entspannung, fehlt dem Körper die Kraft für die »Selbsterneuerung«, die ganz besonders in Zeiten großer Belastungen und Veränderungen so wichtig ist.

Der Mensch bleibt in Bewegung, wird aber nirgendwohin wirklich aufbrechen. Er »funktioniert« quasi nur noch. Ein anderer Begriff wäre »rasender Stillstand«, der zu großem Frust, zu Demotivation und letztlich auch zu Traurigkeit führt. »Wer nicht anhalten kann, kann auch nicht zu sich kommen«, besagt eine alte indische Weisheit. Hierzu ein Vorschlag für eine sehr effektive Übung:  Nehmen Sie sich jeden Abend zehn Minuten Zeit, blicken Sie auf den Tag zurück, so als ob Sie sich von außen betrachten. Achten Sie darauf, wie Sie mit anderen interagiert haben und was andere Leute von Ihnen wollten oder Ihnen zu tun vorgeschlagen haben. Tun Sie dies, ohne zu bewerten. Lassen Sie den Tag aus der Perspektive des Beobachters vorüberziehen.

Die Kraft zu einem glücklichen Dasein, zu wirklichem Aufbruch und erfüllter Arbeit erwächst aus Phasen der inneren Entspannung und der Ruhe. Auch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit benötigen Raum und Leere, um nicht mir Höchstgeschwindigkeit im Hamsterrad zu laufen, ohne wirklich voranzukommen.

Der BVpta wünscht viel Erfolg und unterstützt übrigens mit Gesprächen in schwierigen Situationen. PTA können sich unter info(at)bvpta.de oder telefonisch unter 0681 960230 melden.

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