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Ärztemangel

Nach wie vor zu wenige Rheumatologen

Vier bis sechs Wochen – länger sollte es nicht dauern, bis ein Patient mit Anzeichen für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung einem Facharzt vorgestellt wird und die richtige Diagnose erhält. Dieses Ziel wird in Deutschland jedoch weit verfehlt.
Isabel Weinert
04.09.2020  13:15 Uhr

Ein Grund hierfür ist der ausgeprägte Mangel an rheumatologischen Fachärzten. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat dieser inzwischen ein Ausmaß erreicht, das die medizinische Versorgung der Bevölkerung gefährdet. Gebraucht würden mindestens 1350 internistische Rheumatologen, so Professor Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Vorstandsmitglied der DGRh. Zurzeit liege deren Zahl bei 750.

Um hier zumindest mittelfristig gegenzusteuern, müsste die Zahl der rheumatologischen Weiterbildungsstellen deutlich erhöht werden. Eine Hürde hierfür ist das 2004 eingeführte DRG-Abrechnungssystem, bei dem die klinische Patientenversorgung über Fallpauschalen vergütet wird. Sie richten sich nach Art und Schwere der Erkrankung, siegeln aber nicht immer den tatsächlichen Therapieaufwand wider und sorgen dafür, dass manche Patienten sich für die Klinik eher »lohnen« als andere.

Durch die Fallpauschalen zerfalle die Klinik in finanzkräftige und weniger finanzkräftige Abteilungen und damit in solche, denen mehr und anderen, denen weniger Weiterbildungsstellen zugeteilt würden. Die Rheumatologie als eher ambulant ausgerichtete Fachdisziplin, die im Vergleich keine großen Umsätze generiert, bleibe hier systematisch unterversorgt. Die DGRh fordert eine Garantie für eine Mindestzahl von Weiterbildungsstellen in der Rheumatologie. 

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