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Nicht immer reicht eine Brille

Nächtliche Sehstörung

Eine neu auftretende Nachtblindheit in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter ist oft das erste Anzeichen einer Retinitis pigmentosa. Typisch für diese ebenfalls erbliche Netzhauterkrankung ist der allmähliche Untergang der Photorezeptoren. Nach den Stäbchen sind später auch die Zapfen betroffen. Wodurch es zu Gesichtsfeldverengungen sowie eine Verschlechterung von Sehschärfe, Kontrast- und Farbensehen kommt. Der Krankheitsverlauf erfolgt meist schleichend oder schubweise über mehrere Jahrzehnte hinweg und kann zur vollständigen Erblindung führen. Pro Retina Deutschland schätzt die Zahl der Betroffenen auf etwa 30.000 bis 40.000.

Ob nachtblinde Menschen einen Führerschein machen wollen bzw. können, hängt von ihrem individuellen Sehvermögen am Tag ab. Bei Patienten mit kongenitaler stationärer Nachtblindheit oder Morbus Oguchi, deren einzige Einschränkung die Nachtblindheit ist, steht dem Autofahren am Tag in der Regel nichts im Weg. Auf dem Führerschein wird lediglich ein Nachtfahrverbot vermerkt. Betroffene müssen darauf achten, dass sie nur im Zeitraum von einer Stunde nach Sonnenaufgang bis eine Stunde vor Sonnenuntergang ein Auto fahren dürfen. Bei fortschreitenden Augenerkrankungen wie der Retinitis pigmentosa wird regelmäßig die Sehkraft überprüft und beurteilt, ob sie zum Autofahren noch ausreicht. Auf viele Patienten kommt dadurch im Verlauf der Krankheit die Abgabe ihres Führerscheins zu.

Erste Anzeichen

Manchmal ist die Schädigung der Stäbchen die Folge oder Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung. Ein Grüner Star, das maligne Aderhautmelanom oder eine diabetische Retinopathie können sich ebenso wie eine Lungentuberkulose, Schilddrüsenüberfunktion oder eine Fadenwurm-Infektion auf das nächtliche Sehen auswirken. Auch Entzündungen an der Netzhaut oder ein Vitamin-A-Mangel können sich so bemerkbar machen.

Vitamin-A benötigt der menschliche Körper für den Aufbau des Photopigments Rhodopsin. In den Industrieländern ist ein Vitamin-A-Mangel unter normalen Ernährungsumständen zwar so gut wie ausgeschlossen, er kann aber bei Patienten mit chronischen Erkrankungen auftreten. Dazu gehören Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Essstörung. Durch die Supplementierung von Vitamin-A regeneriert sich die Sehfähigkeit in der Regel wieder. 

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