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Im Alter gut versorgt

Nährstoffe im Blick behalten

Senioren essen wie der Rest der Bevölkerung noch immer zu viel Fleisch und Wurst, aber deutlich zu wenig Gemüse und Obst. Dadurch ist zum Beispiel die Versorgung mit Folsäure nicht gewährleistet. Das Vitamin ist unter anderem in Hefe, Hülsenfrüchten wie Sojabohnen, grünem Blattgemüse oder Vollkornprodukten enthalten. Der zu geringe Anteil an Ballaststoffen begünstigt die häufige Verbreitung von Darmträgheit bis hin zu Verstopfung. Es zeigte sich in Zufuhrerhebungen zudem ein Defizit an Vitamin D. Das Vitamin wird mithilfe der Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Im Alter synthetisiert die Haut jedoch nur noch rund halb so viel Vitamin D wie in jüngeren Jahren, und die Umwandlung in die stoffwechselaktive Form des Vitamins verringert sich. Daher ist ein Vitamin-D-Mangel bei über 70-jährigen weit verbreitet. Für die Knochengesundheit ist eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr enorm wichtig. Denn Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung und die Einlagerung des Mineralstoffs in die Knochen. Hier ist in Rücksprache mit dem Arzt eine Supplementierung in Erwägung zu ziehen. Für eine gute Versorgung mit dem wichtigen Knochenbaustein Calcium sind Milchprodukte die wichtigste Quelle. Im Alter lässt bei einigen allerdings die Aktivität des den Milchzucker spaltenden Enzyms Lactase nach und damit die Bekömmlichkeit von Milch. Hartkäse oder Sauermilchprodukte wie Joghurt werden jedoch meist noch gut vertragen. Gute Calciumquellen sind zudem dunkelgrüne Gemüsearten wie Brokkoli, Grünkohl oder Rucola, Mandeln und Haselnüsse sowie calciumreiches Mineralwasser.

Stark übergewichtig

Die Ernährungssituation der 65- bis 70-jährigen unterscheidet sich noch nicht wesentlich von jüngeren Menschen. Das gilt auch im Hinblick auf die Rate an Übergewichtigen. Experten blicken jedoch besorgt auf die Entwicklung des schweren Übergewichts (Adipositas) mit einem Body-Mass-Index (kg/m2) von über 30. Seit 1999 hat die Häufigkeit von Adipositas im Seniorenalter deutlich zugenommen: In der Altersgruppe der über 75-jährigen Frauen ist ein Plus von 88,5 Prozent zu verzeichnen und bei den gleichaltrigen Männern ein Plus von 89,2 Prozent.

In den letzten 20 Jahren haben besonders häufig diejenigen schweres Übergewicht entwickelt, die zuvor eine sogenannte Präadipositas aufwiesen, also einen BMI zwischen 25 und 30 hatten. Insgesamt waren in der Altersgruppe der über 65-Jährigen 48,66 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen übergewichtig. Zusätzlich müssen 21 Prozent der Männer und 19,4 Prozent der Frauen als fettleibig, also als adipös, eingestuft werden (siehe Tabelle).

65 bis < 70 70 bis < 75 ≥ 75
Übergewicht1 Männer 48,7 49,4 48,4
Übergewicht Frauen 35,9 36,7 37,6
Adipositas2 Männer 25,4 22,6 17,6
Adipositas Frauen 21,7 19,8 18,1
1) BMI 25–29,9, 2) BMI ≥ 30, Quelle: Heseker H. Die Entwicklung und Verbreitung von Übergewicht (Präadipositas und Adipositas) in Deutschland. In: 14. DGE-Ernährungsbericht DGE. DGE (Hrsg.)

Diese zahlreichen überflüssigen Kilos können das Altern deutlich ungünstig beeinflussen. Problematisch ist die steigende Zahl der schwer Übergewichtigen vor allem durch das zunehmende Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmte Krebserkrankungen. Die Fettpolster reduzieren zudem die verbleibenden Lebensjahre, die ohne Krankheit verbracht werden können. Bei einer kalorischen Überernährung, die die Fettpolster wachsen lässt, ist nicht zwangsläufig eine ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen gewährleistet. Werden adipöse Menschen pflegebedürftig, stellt das überdies für Pflegedienste, Altenheime oder pflegende Angehörige eine zusätzliche Belastung dar. An Untergewicht leiden bei den über 65-jährigen nur 0,5 Prozent der Männer und 2 Prozent der Frauen.

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