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Im Alter gut versorgt

Nährstoffe im Blick behalten

Trotz der steigenden Rate an schwer Übergewichtigen stellt auch Mangelernährung bei Senioren ein Problem dar. Studien deuten darauf hin, dass über 80-jährige relativ häufig unzureichend mit Nährstoffen und Energie versorgt sind. Die Symptome werden allerdings oft übersehen und dementsprechend nicht rechtzeitig gegengesteuert. Der Wunsch, möglichst lange selbst bestimmt zu leben und zu haushalten, zögert das Erkennen von Mangelsymptomen hinaus. Groß ist das Risiko vor allem bei alleinlebenden Senioren, die nicht mehr ganz gesund, aber noch nicht pflegebedürftig sind. Sie haben zum Teil Probleme, alle benötigten Lebensmittel einzukaufen und schränken sich dadurch unnötig in der Nahrungsvielfalt ein. Auch das Zubereiten von Mahlzeiten kann Probleme bereiten. Beeinträchtigtes Sehen, verminderte motorische Fähigkeiten sowie nachlassendes Hungerempfinden begünstigen eine unzureichende Aufnahme an Nahrung. Kau- und Schluckbeschwerden können die Freude am Essen zusätzlich einschränken und verstärken das Dilemma. Frische, nährstoffreiche Lebensmittel wie Äpfel, Möhren, Salat oder auch Vollkornbrot bleiben dann außen vor, und das Essen beschränkt sich auf weiche Lebensmittel wie (Fertig-)Suppen, Joghurt und Pudding.

Der Inhalt des Kühlschranks liefert Angehörigen oder Hilfskräften ein Indiz, wie es um die Versorgung bestellt ist. Besteht der Verdacht einer unzureichenden Ernährung, sollte zügig gehandelt und Unterstützung organisiert werden. Leider ist auch das Angebot von Lieferdiensten warmer Mahlzeiten qualitativ oft unzureichend. Das hat eine Markterhebung der Verbraucherzentralen ergeben. Bei einer Auswahl an Stichproben verschiedener Anbieter bemängelten sie einen zu hohen Fleischanteil und ein zu geringes Angebot an Gemüse, an Vollkorn bei den Getreidebeilagen sowie an Salaten und frischem Obst.

Eine mangelhafte Flüssigkeitszufuhr stellt ein weiteres Problem dar und kann sich deutlich auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken und Symptome von Verwirrtheit auslösen. Senioren sollten sich daher nicht auf ihr Durstgefühl verlassen, sondern sich die benötigte Trinkmenge von etwa 1,5 Liter Wasser, Tee oder verdünnten Säften gut sichtbar bereitstellen. Auch Angehörige und Mitarbeiter von Pflegediensten sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilfebedürftiger Senioren achten.

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