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OTC-Beratungscheck

Natriumpicosulfat

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu ausgewählten OTC-Präparaten für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Natriumpicosulfat
Michelle Haß
18.12.2020  12:00 Uhr

Arzneistoffgruppe

Laxans

Präparate

zum Beispiel: Laxoberal® Abführ-Tropfen, Dulcolax® NP Perlen, Laxans-Ratiopharm® 7,5 mg/ml Pico Tropfen

Indikation

Bei Verstopfung und begleitend bei Erkrankungen, die eine erleichterte Stuhlentleerung erfordern.

Dosierung/Anwendung

  • verschiedene Darreichungsformen und Dosisstärken : Tropfen (7,5 mg/ml), Weichkapseln beziehungsweise Perlen (2,5 mg), Tabletten (5 mg)
  • Dosierung: Kinder ab 4 Jahre nehmen zwischen 2,5 und 5 mg (entspricht 5-9 Tropfen oder 1-2 Perlen) Natriumpicosulfat, Erwachsene zwischen 5 und 10 mg (entspricht 10-18 Tropfen oder 2-4 Perlen).
  • Mit der niedrigsten Dosierung beginnen und unter Umständen bis zur maximal empfohlenen Dosis anpassen.
  • Wirkungseintritt in der Regel nach 10 bis 12 Stunden. Die Einnahme sollte deshalb am besten abends erfolgen.
  • Einnahmedauer: In der Selbstmedikation nur kurzfristig.  Bei chronischer Verstopfung sollte eine Abklärung erfolgen.

Kontraindikationen/Warnhinweise

Nicht bei Kindern unter 4 Jahren. 

Nicht bei akut entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Ileus oder Darmobstrukion sowie starken, akuten Bauchschmerzen.

Bei unsachgemäßer Anwendung (zu lange zu hoch dosiert) können Wasser- und Elektrolytverlust auftreten. Dies kann die Herzfunktion stören und zu Muskelschwäche führen.

Nebenwirkungen

Sehr häufig, besonders bei falscher und unsachgemäßer Anwendung, können Durchfälle auftreten.

Häufig kommt es zu abdominellen Beschwerden, Bauchschmerzen mit Krämpfen, gelegentlich zu Übelkeit und Erbrechen

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Diuretika oder Glucocorticoiden kann bei übermäßigem Gebrauch von Natriumpicosulfat das Risiko von Elektrolytverschiebungen erhöhen.

Die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika kann zum Verlust der abführenden Wirkung führen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Gemäß der Datenbank Embryotox kann Natriumpicosulfat gelegentlich und kurzfristig  in der Schwangerschaft eingesetzt werden, wenn Alternativen wie Quellstoffe, Lactulose oder Macrogol nicht ausreichend wirken. Die Hersteller empfehlen jedoch, aus Sicherheitsgründen in diesem Zeitraum vollständig auf eine Anwendung zu verzichten.

Klinische Daten zeigen, dass Natriumpicosulfat und seine aktiven Metabolite nicht in die Muttermilch übertreten. Es kann daher während der Stillzeit angewendet werden.

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