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Körpereigene Umgehung

Arteriosklerose: Natürliche Bypässe

Eine Arteriosklerose kann lebensbedrohlich sein, wenn sich ein Blutgerinnsel in der Gefäßverengung festsetzt. Dem kann der Körper entgegenwirken, indem er selbst Bypässe erzeugt.
Annette Immel-Sehr
23.10.2019  13:00 Uhr

In einem mehrstufigen Prozess bildet er Umgehungskreisläufe, sogenannte Kollateralarterien. Allerdings dauert der Prozess Tage bis Wochen, so dass in vielen Fällen ein Herzinfarkt schon eintritt, bevor der natürliche Bypass fertig ist.

Das Team von Professor Dr. Klaus T. Preissner der Justus-Liebig-Universität Gießen und seine Kooperationspartner konnten den Mechanismus dieser sogenannten Arteriogenese aufklären. Sie fanden heraus, dass sich bei einer arteriellen Verengung der Blutstrom in den vorgebildeten arteriellen Bypässen verändert und ihn zusätzliche Schwerkräfte beeinflussen. Daraufhin setzen die Gefäßwände »Alarmmoleküle« frei, insbesondere extrazelluläre Ribonukleinsäuren (RNA). Sie geben über eine Signalkaskade Wachstumsfaktoren ab, die das Innere der natürlichen Bypässe bis auf das 20-fache vergrößern, sodass sie effektive Alternativwege für den Blutstrom werden. Fehlt die extrazelluläre RNA oder sind Teile der Signalkaskade blockiert, bilden sich die Umgehungskreisläufe nicht. Die Forscher wollen nun Möglichkeiten finden, um die Arteriogenese zu stimulieren.

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