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Nebenwirkungsarme Therapie

Neue Hoffnung bei Katzenallergie

Fest steht: Katzenhaare gehören weltweit zu den häufigsten Auslösern von Allergien. Bei allen findet sich das Hauptallergen Felic domesticus 1 (Fel d 1), ein körpereigenes Protein der Katzen, das in ihren Talg-, Anal- und Speichel- und Tränendrüsen produziert und von dort durch Lecken und Putzen auf ihr Fell übertragen wird.

Die Allergiegefahr ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, da auch die Haustierhaltung deutlich zugenommen hat und Katzen zu den liebsten Heimtieren zählen. 2019 lebten in deutschen Haushalten 14,7 Millionen Katzen. Nicht zuletzt Kinder sind zunehmend von Katzenallergien betroffen. Das macht die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) in einem aktuellen Elternratgeber deutlich.

Das Paradoxe sei, dass 75 Prozent der Kinder mit einer Katzenallergie nie in einem Haus(halt) mit einer Katze gewohnt haben. Der Grund: Katzenallergene, die sich in den Haaren, den Schuppen, im Speichel und im Urin der Katze finden, seien nicht nur sehr stabil, sondern auch sehr »klebrig«. Sie bleiben, so die GPA, nicht nur an Einrichtungsgegenständen wie Polstermöbeln, Teppichen und Wänden, sondern auch an Kleidung hängen, werden so weiter verbreitet und lassen sich daher auch in nahezu allen öffentlichen Räumen, so zum Beispiel in Schulen und Bussen nachweisen.

Die gängige Empfehlung für Allergiker, Katzenkontakte zu meiden, ist also nicht immer eine Option. Umso mehr Bedeutung könnte dem derzeit in der Prüfung befindlichen Therapieprinzip zukommen. »Noch lässt sich nichts über die Langzeitwirkung des in Testung befindlichen Behandlungsansatzes sagen«, so Brehler.

Potentiell denkbar sei nicht zuletzt die Kombination der Immunglobulin-Therapie mit der allergenspezifischen Immuntherapie, um gleichzeitig sowohl eine effektive Minderung der grundlegenden Pathomechanismen als auch eine schnelle Unterdrückung der Symptome herbeizuführen. Die Richtigkeit der neuen Therapie-These müsse in groß angelegten Studien weiter erforscht werden. Derzeit handele es sich noch um Zukunftsmusik.

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