Neuer Impfstoff soll vor Borreliose schützen |
Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen, unter anderem Borreliose. Vor dieser Infektionskrankheit kann man sich bislang nur schützen, indem man Zeckenstiche vermeidet. / Foto: Fotolia/Michael Tieck
Bei dem neu entwickelten Impfstoff mit dem Namen I9ISP handelt es sich um einen mRNA-Impfstoff, der nicht gegen die Krankheitserreger selbst, sondern gegen Bestandteile des Zeckenspeichels gerichtet ist. Er stört die Zecken beim Blutsaugen und verhindert so eine Übertragung, wie die Forschenden der Yale University in der Zeitschrift »Science Translational Medicine« berichten.
Das Vakzin enthält Proteine aus dem Zeckenspeichel, die bei einem Zeckenstich zu einer schnellen Reaktion der Haut führen. Auf diese Weise könne die Zecke zügig bemerkt und entfernt werden – noch bevor die Krankheitserreger in die Haut gelangen. Denn: Bakterielle Erreger wie Borrelien gibt die Zecke meist erst gegen Ende ihrer Blutmahlzeit an ihren Wirt ab. Wird die Dauer des Blutsaugens also stark verkürzt, senkt das auch das Infektionsrisiko.
In der Studie zufolge entwickelten immunisierte Meerschweinchen bereits nach 18 Stunden eine deutliche Rötung und Schwellung an der Bissstelle. Zudem berichtet das Team, dass die Zecken kaum saugten und schon nach 48 Stunden wieder abfielen. Bei den Kontrolltieren dagegen blieben die Zecken die volle Zeit einer normalen Blutmahlzeit – 96 Stunden – angeheftet.
Keines der geimpften Tiere bekam eine Lyme-Borreliose, wenn die infizierten Zecken direkt nach der Entstehung der Rötung entfernt wurden. Eine Übertragung der Bakterien sei ausgeblieben, so das Team. Unter den Kontrolltieren ohne Impfung hätten sich dagegen bis zu 60 Prozent mit Borreliose infiziert. Allerdings ließ der Schutz bei den immunisierten Meerschweinchen nach, wenn drei Zecken gleichzeitig auf dem Tier saßen.
»Es gibt mehrere durch Zecken übertragene Krankheiten, und dieser Ansatz bietet möglicherweise einen breiteren Schutz als ein Impfstoff, der auf einen bestimmten Krankheitserreger abzielt«, sagte Professor Erol Fikrig von der Yale University. In Verbindung mit einem gegen die Krankheitserreger gerichteten Impfstoff könnte die Wirksamkeit möglicherweise noch erhöht werden.
Coronaviren lösten bereits 2002 eine Pandemie aus: SARS. Ende 2019 ist in der ostchinesischen Millionenstadt Wuhan eine weitere Variante aufgetreten: SARS-CoV-2, der Auslöser der neuen Lungenerkrankung Covid-19. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronaviren.