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Forschung

Neuer Therapie-Ansatz bei Parkinson

Wissenschaftler der Universität Ulm haben die Pathophysiologie von Parkinson zusammen mit Kooperationspartnern aus Köln und Oxford genauer untersucht und schlossen daraus auf eine potenzielle neue Therapie.
Annette Immel-Sehr
26.11.2019
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Bei der Parkinson-Krankheit sterben fortwährend Dopamin-produzierende Nervenzellen im Gehirn ab. Daraus resultiert ein Dopamin-Mangel. Dieser führt letztlich zu den typischen Krankheitssymptomen. Wissenschaftler der Universität Ulm haben diesen Prozess zusammen mit Kooperationspartnern aus Köln und Oxford genauer untersucht. Die Forscher konnten dabei einen speziellen spannungsgesteuerten Calciumkanal identifizieren.

»Wir haben herausgefunden, dass dieser Kanal, der zuvor noch nicht mit der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht wurde, wichtig für die Funktion der empfindlichen Dopamin-produzierenden Nervenzellen ist. Dieser Kanal lässt in bestimmten Abständen Calcium in die Zellen. Wird er geschlossen, schützt dies im Parkinson-Mausmodell die Nervenzellen vor dem Absterben«, erklärt Professorin Dr. Birgit Liss, Leiterin des Instituts für Angewandte Physiologie in Ulm. Nachfolgende Untersuchungen an Nervenzellen von Parkinson-Patienten zeigten, dass der sogenannte Cav2.3-Kanal auch beim Menschen in ähnliche Signalkaskaden involviert scheint wie im Mausmodell. In Zukunft könnte das Ausschalten von Cav2.3-Kanälen – allein oder in Kombination mit anderen Calcium-Kanälen – die Grundlage einer neuen neuroprotektiven Therapie für die Parkinson-Krankheit bilden.

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