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Schlapp, müde, benommen
Niedriger Blutdruck und Ohnmacht

Regulation beeinträchtigt

Von der konstitutionellen oder essenziellen Hypotonie ist die sogenannte orthostatische Hypotonie zu unterscheiden, die vor allem bei einem Lagewechsel auftritt. Der menschliche Körper verfügt über einen Regulationsmechanismus, der es ihm ermöglicht, aus dem Liegen oder Sitzen zum Stehen zu kommen, ohne dass das Blut in den Beinen versackt. Diese Fähigkeit wird Orthostase-Reaktion bezeichnet. Der Sympathikus reagiert dabei blitzschnell, stellt die Blutgefäße eng und erhöht den Herzschlag. Bei der orthostatischen Hypotonie funktionieren diese Mechanismen nicht gut. Der venöse Rückstrom zum Herzen ist vermindert.

Das Resultat: Schwindel, Ohrensausen, herabgesetzte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und schlimmstenfalls eine kurze Ohnmacht. Wenn Kunden in der Apotheke von einer Ohnmacht oder einem »Blackout« berichten, sind sie in der Regel beunruhigt. Solch ein plötzlicher, kurzer Bewusstseinsverlust entsteht durch eine vorübergehende Blutleere im Gehirn. In der Folge setzt das Bewusstsein aus. Ärzte nennen dieses Phänomen Synkope. In der Regel dauert das Ereignis weniger als 20 Sekunden. Es kann »aus heiterem Himmel« geschehen oder aber sich durch Übelkeit, Schwitzen, Schwindel, weiche Knie, warme oder schwitzende Handflächen, nachlassende Sehkraft oder ein flaues Gefühl im Bauch ankündigen. Das größte Problem, das sich aus der kurz andauernden Bewusstlosigkeit ergeben kann, sind Prellungen oder gar Brüche durch den Sturz.

Wenn sich bei Menschen mit niedrigem Blutdruck Ohnmacht ankündigt, sollten sie sich möglichst sofort hinlegen und die Beine hochhalten oder besser noch hochlegen. Das stabilisiert Herz und Kreislauf, und das Blut fließt aus den Beinen zum Herzen, sodass der Blutdruck wieder steigt. Die Ohnmacht bleibt dann oft aus.

Falscher Rhythmus

Auslöser von Ohnmachtsanfällen lassen sich in drei Gruppen einteilen: Neben der bereits beschriebenen orthostatischen Ohnmacht gibt es die Reflex-vermittelte und die Herz-bedingte Ohnmacht.

Die Reflex-vermittelte Ohnmacht hat keinen Krankheitswert, sondern ist meist ein einmaliges Ereignis. Durch ungewöhnlich starke Reize wie Angst, Schmerzen, den Anblick von Blut, unangenehme Gerüche, langes Stehen oder den Erhalt einer schlechten Nachricht, löst der Vagusnerv einen Kreislaufreflex aus. Der Blutdruck sackt plötzlich ab, und der Herzschlag verlangsamt sich. Das Blut sackt aus dem Kopf in die Beine. Dem Betroffenen wird schwindlig, und nach wenigen Sekunden stürzt er zu Boden.

Ist das Herz für die Ohnmacht verantwortlich, beruht dies meist auf Herzrhythmusstörungen. Der Herzschlag setzt kurzzeitig aus oder das Herz schlägt so schnell, dass das Blut nicht mehr ausreichend fließen kann. Nach wenigen Sekunden tritt die Bewusstlosigkeit ein. Die Dauer der Ohnmacht hängt von der Dauer der Herzrhythmusstörung ab. Sowohl schnelle als auch langsame Herzrhythmusstörungen, also Tachyarrhythmien sowie Bradyarrhythmie, können die Durchblutung im Gehirn so herabsetzen, dass eine Synkope auftritt. Solche Herzrhythmusstörungen können gefährlich sein und zum plötzlichen Herztod führen.

Bei wiederkehrender Ohnmacht sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen, damit dieser die Ursache abklärt und eine Behandlung einleitet. Neben Herzrhythmusstörungen können auch epileptische Anfälle oder ein zu niedriger Blutzuckerspiegel dahinterstecken.

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