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Schlaganfall-Prävention

»Noch viel Platz nach oben«

Bluthochdruck, Rauchen oder Bewegungsmangel können das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Das ist vielen Patienten nicht bewusst – daher macht die Deutsche Gesellschaft für Neurologie zum Aktionstag gegen den Schlaganfall darauf aufmerksam, wie wichtig Prävention ist.
Caroline Wendt
10.05.2019
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»In Sachen Schlaganfallprävention bleibt noch viel Platz nach oben«, betonte Professor Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), in einer Pressemitteilung. Ischämische Schlaganfälle, also diejenigen, die durch einen Verschluss oder eine Verengung eines hirnversorgenden Blutgefäßes verursacht werden, machen in Deutschland 83 Prozent der jährlich vorkommenden Schlaganfälle aus. Seit 2010 sei die Rate dieser sogenannten Hirninfarkte um mehr als 10 Prozent gestiegen.

Die Gefäßverkalkungen würden durch sogenannte Wohlstandserkrankungen wie Bluthochdruck, Hypercholesterinämie und Diabetes begünstigt. Ursächlich hierfür könne Bewegungsmangel oder Übergewicht sein, heißt es in der Pressemitteilung. Auch Rauchen, Alkoholkonsum oder ein hoher Taille-Hüfte-Quotient fördere den Gefäßverschluss. Patienten mit einer speziellen Form der Herzrhythmusstörung, der absoluten Arrhythmie bei Vorhofflimmern, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, einen Gefäßverschluss im Gehirn zu erleiden. Doch auch Patienten mit psychischem Stress oder Depressionen zählen zu den Risikogruppen.

Wer 10 Risikofaktoren erfülle habe ein um 90 Prozent erhöhtes Schlaganfallrisiko. Diese Zahl sei jedoch keine neue Erkenntnis, sondern stamme aus der internationalen Interstroke-Studie aus dem Jahr 2010. Unbehandelte, hohe Blutdruckwerte sowie eine absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern ergeben in Kombination ein bis zu 20-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko, heißt es in der Mitteilung der DGN weiter.

»Das ist eine enorme Risikoerhöhung, die in anderen Lebensbereichen niemand in Kauf nehmen würde. Keiner würde in ein Flugzeug steigen, dessen Absturzgefahr um das 20-Fache höher liegt als normal«, so Berlit. Doch beim Thema Schlaganfallprävention sehe das anders aus: Es gebe immer noch viele Patienten mit absoluter Arrhythmie bei Vorhofflimmern, die keine blutverdünnenden Arzneimittel einnehmen würde, so der DGN-Generalsekretär. Auch bei Bluthochdruck oder Diabetes würden sich viele nicht an die vorgegebenen Diätvorschriften halten, ohne dass ihnen bewusst sei, welches Risiko sie damit eingingen.

Daher möchte die DGN zum Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai auf die Prävention aufmerksam machen: »Jeder kann durch einen gesunden Lebensstil und Medikamententreue sein persönliches Schlaganfallrisiko deutlich senken«, machte Professor Dr. Hans-Christoph Diener, deutscher Studienleiter der Interstroke-Studie und Pressesprecher der DGN, deutlich. Die Behandlung hoher Blutdruckwerte schütze zudem nicht nur vor ischämischen sondern auch vor hämorrhagischen Schlaganfällen. Diese Hirnblutungen machen 17 Prozent aller Schlaganfälle in Deutschland aus.

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