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»Große Ungerechtigkeit« beendet

NRW schafft PTA-Schulgeld vollständig ab

Von der Ergotherapie bis zur Podologie – damit auch für PTA: Für die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen muss in Nordrhein-Westfalen (NRW) ab sofort kein Schulgeld mehr gezahlt werden. Das Land  übernimmt ab sofort das an der jeweiligen Ausbildungsstätte erhobene Schulgeld zu 100 Prozent – und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2021.
dpa/PTA-Forum
04.02.2021  09:42 Uhr

Wie das Gesundheitsministerium mitgeteilt hat, gilt das für die Ausbildungen in der Ergotherapie, Logopädie, den Berufen in der Physiotherapie, Podologie sowie der pharmazeutisch-technischen als auch der medizinisch-technischen Assistenz. Von der Neuregelung profitieren somit rund 8400 Auszubildende in NRW. Bisher hatte das Land seit 2018 schon 70 Prozent des Schulgeldes übernommen.

»Damit sich genügend Menschen für diese Berufe entscheiden, müssen wir die Ausbildung deutlich attraktiver gestalten«, erklärte dazu Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Mit der Schulgeldfreiheit werde eine »große Ungerechtigkeit« beendet. Denn bei Ärzten und Apothekern etwa bezahle der Staat das Studium. Für die Schulgeldfreiheit stellt das Ministerium in diesem Jahr rund 43 Millionen Euro zur Verfügung.

Den Einstieg in die Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen hatte die Landesregierung NRW am 1. September 2018 als erstes Bundesland mit der Übernahme von 70 Prozent des erhobenen Schulgeldes vollzogen. NRW führt die 100%-ige Schulgeldfreiheit im Grunde nun schon vorab ein, denn diese ist auch Bestandteil der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Die Landesregierung will sich eigener Aussage zufolge jedoch auch weiter für eine bundeseinheitliche Regelung einsetzen.

Abschaffung begrüßt

Mit großer Zustimmung haben die Kammern und Verbände der Apotheker in NRW auf die Abschaffung des Schulgeldes reagiert. »Das ist ein wichtiges Signal in der Corona-Krise und wird die Attraktivität der Berufe deutlich steigern«, erklären die Spitzen der vier Apotheker-Organisationen in NRW. »Ich habe mich riesig über diese Entscheidung aus Düsseldorf gefreut«, sagt auch Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe und der ABDABundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

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